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SAP S/4HANA-Integration – Welche Cloud-Bereitstellungsformen sind am geeignetsten?

| | SVP Strategic Product Management, SEEBURGER
SAP S/4HANA-Integration – Welche Cloud-Bereitstellungsformen sind am geeignetsten?

Die Integration mit SAP S/4HANA ist eine äußerst komplexe Aufgabe, für die von Unternehmen zu Unternehmen die unterschiedlichsten Integrationsszenarien und Integrationsanforderungen vorliegen. Von der B2B-Integration über die Integration mit 3rd Party-Anwendungen und Legacy-Systemen, mit Public Clouds und Data Lakes bis hin zur Integration mit SAP-Applikationen – ein Integrationsteam muss sich auf viele Herausforderungen gefasst machen, die dann auch bei der Bereitstellung von Integrationslösungen ins Kalkül gezogen werden müssen. Die Wahl des passenden Bereitstellungsmodells ist somit eine grundlegende Entscheidung. Erfahren Sie, welche Bereitstellungsmodelle einer Integrationsplattform für die SAP S/4HANA-Integration sinnvoll sind und welche Kriterien diese erfüllen müssen.

Abbildung 1 skizziert eine Architektur, die von Multi-Cloud-Überlegungen und der Notwendigkeit aller Integrationsfelder geprägt ist.

Bereitstellungsformen von Integrations-Lösungen und Angeboten für unterschiedliche Aufgabenstellungen
Abbildung 1: Bereitstellungsformen von Integrations-Lösungen und Angeboten für unterschiedliche Aufgabenstellungen

Trotz aller Attraktivität des Cloud-Betriebes von Applikationen entscheiden sich Unternehmen oft, ausgewählte Applikationen bewusst On-Premises zu betreiben – zum Beispiel für das Shop Floor-Management, Legacy-Systeme und eigenentwickelte Systeme oder zum Beispiel das SAP Business Warehouse. Die Betriebs- und Bezugsform des Kern-ERP-Systems ist die Cloud, im Falle von SAP S/4HANA zumeist die Hosted Private Cloud.

Die oberste Schicht in der Grafik repräsentiert zum einen Public Clouds als Betriebsplattform für ausgewählte Applikationen, und zum anderen oft Vendor Clouds – wie etwa der SAP selbst, Salesforce, Coupa, Workday oder Microsoft Dynamics 365 – als Bezugsplattform eines Software- oder Applikations-Services. Was bedeutet dies für die notwendige Betriebs- und Bezugsplattform der hierzu passenden Integrationsplattform? Damit eine Integrationslösung eine große Bandbreite an möglichen Integrationsszenarien abdecken kann, muss sie sich an folgenden Kriterien messen und bewerten lassen:

A) Eine Lösung für die SAP S/4HANA-Integration muss in einem hybriden Deployment-Modell verfügbar sein.

Das bedeutet, sie muss in allen Cloud-Ausprägungen – mit Ausnahme der ohnehin „geschlossenen“ Vendor Clouds für Business Applikationen wie oben skizziert – und On-Premises betrieben werden können. So ist es möglich, alle Anforderungen hinsichtlich Funktion, Sicherheit, Minimierung von Risiken und Kosteneffizienz an die Integration abzudecken.

Wird die Integrationsplattform selbst in einer Vendor Cloud bereitgestellt, spricht man von iPaaS (Integration Platform as a Service). Das mag sinnhaft sein, wenn in derselben Vendor Cloud auch Business Applikationen desselben Anbieters bereitgestellt werden, um diese zu integrieren. Es ist aber nicht sinnvoll, eine iPaaS-Lösung einzusetzen, wenn batch & bulk oder höchst zeitkritische Prozesse On-Premises adressiert werden. Andererseits ist es vorteilhaft, für Multi-Cloud-Integrationen eine Integrationsplattform in der Public Cloud der eigenen Wahl zu betreiben, in der die meisten Applikationen ohnehin betrieben werden.

Im Falle der Grafik ist hier beispielsweise das entscheidende Kriterium, in welcher Cloud-Betriebsplattform das Kern-ERP-System seinen Platz gefunden hat. Es gibt einige wenige ausgewählte Anbieter von zentralen und hybriden Integrationsplattformen, die dem Anwenderunternehmen die Freiheit bei der Wahl der Cloud-Betriebsplattform uneingeschränkt ermöglichen.

Wichtig ist zu verstehen, dass die Begriffe „zentral“ und „hybrid“ bedeuten, dass eine solche Plattform auch verteilt über mehrere Cloudplattformen bereitgestellt werden kann, jedoch zentral verwaltet wird.

So bleibt es eine homogene Integrationsplattform, deren Runtime aber parallel in unterschiedlichen Clouds betrieben wird. Wählt ein Anwenderunternehmen eine solche hybride Integrationsplattform, so bleibt das Application-Management, die Konfiguration und der Aufsatz von Integrationsprozessen in seiner Hand und Verantwortung. Spezialisierte Anbieter unterstützen über Remote Services das Anwenderunternehmen dabei, auch diese Aufgaben ganz oder teilweise zu übernehmen.

B) Eine Lösung für die SAP S/4HANA-Integration muss um reine Integration Services erweiterbar sein

Viele Anwenderunternehmen nutzen die Einführung von SAP S/4HANA, um sich angesichts der Anzahl von Integrationen folgende Fragen zu stellen:

  1. Welche Integrationsfelder oder Unterkategorien nehmen unsere Integrationsteams selbst in die Verantwortung – vom Aufsatz bis zum Betrieb? Das Kriterium für die Antwort auf diese Fragen ist: Welche Integrationsprozesse differenzieren uns, sind Ergebnis unserer spezifischen Prozessabbildung durch IT-Systeme und Applikationen?
Vereinfacht ausgedrückt: Wenn diese Integrationen reibungslos laufen, optimieren Unternehmen ihre Geschäftsprozesse.
  1. Welche sind hingegen besser, kostengünstiger und zuverlässiger bei einem Anbieter für wohldefinierte Integration Services aufgehoben, da sie viel Detailwissen und hohe Pflegeaufwände verlangen, aber unerlässlich sind?
Vereinfacht auch hier: Wenn diese Integrationen reibungslos laufen, optimieren Unternehmen nicht, haben aber hohe interne Aufwände. Allerdings entsteht ein betriebswirtschaftlicher Nachteil oder gar Schaden, wenn diese nicht reibungslos laufen.

Eine SAP S/4HANA-Einführung bietet die Chance für Modernisierung und Effizienz – und gerade die zweite Kategorie ist in den Händen eines Service-Anbieters und Spezialisten besser aufgehoben. Anstatt also selbst in die Verantwortung für Aufsatz, Betrieb, Monitoring, Fehlerbehebung und Pflegeaufwände zu gehen, wird dies einem externen Anbieter übergeben. Dieser tritt dann in diese Verantwortung und steht für das Ergebnis mit zugesagten Verarbeitungs-SLAs ein.

Denn bei Integrationen kommt es nicht auf SLAs für Systemverfügbarkeiten an, sondern auf die Sicherstellung eines Verarbeitungsergebnisses in Zeit und Umfang. Dies versteht man unter einem Integrationsservice, und er ist somit weit mehr als nur ein Applikationsservice.

Welche Integrationen bieten sich besonders dafür an, sie als Integrationsservice über einen externen Dienstleiter zu nutzen? Die genannten Kriterien der Differenzierung und Optimierung treffen für die folgenden Anforderungen uneingeschränkt zu:

  • B2B Integration
    • klassisch oder via API mit Geschäftspartnern
    • Regulatorische Anforderungen:
      • im Kontext von E-Invoicing und national gültiger Verfahren
      • Integration mit Zollbehörden im Zusammenhang mit SAP GTS
  • Integration von 3rd Party cloud-based Applications mit einem SAP Backendsystem.

C) Eine Lösung für die SAP S/4HANA-Integration muss auch im iPaaS-Modell verfügbar sein

In den letzten Jahren hat das iPaaS-Modell einen hohen Verbreitungsgrad erreicht. Ein vornehmlicher Grund ist: Es gab in den letzten 10 Jahren eine explosive Zunahme an Schnittstellen. Treibende Faktoren waren die steigende Adoptionsrate von cloudbasierten Applikationen, der Erfolg von APIs als Schnittstellentechnologie und Integrationsanforderungen auf Grund von Multi-Cloud-Strategien. Viele Integrations-Strecken verband die Notwendigkeit, einen internen Endpunkt mit einem externen Endpunkt, zum Beispiel in der Cloud, zu integrieren.

iPaaS-Angebote bieten eine pragmatische und rasche Lösung: Sie stellen die erforderliche Technologie und Werkzeuge bereit, entlasten Unternehmen vom Beschaffungsprozess einer lizenzgebundenen Lösung und bedeuten keine Aufwände für den Betrieb und das Applikations-Management. Mit geringen Einstiegskosten können so operative Anforderungen adressiert werden. Solange Datenvolumen gering sind und die Verarbeitungsgeschwindigkeit nicht optimiert sein muss, sind die Kosten trotz der Erweiterung um weitere Integrationen noch vertretbar. Allerdings führt diese Entwicklung zu einer Dezentralisierung des Daten- und Informationsflusses im Unternehmen. Moderne iPaaS-Lösungen sind in der Lage, als Teil einer hybriden Integrationsplattform diese Nachteile zu überwinden – das iPaas-Angebot kann auch Bestandteil einer zentralen und in sich integrierten Integrationsplattform sein. Solche Angebote differenzieren sich daher von den Angeboten reiner iPaaS-Anbieter.

Wesentlicher Vorteil des Einsatzes einer iPaaS-Lösung ist heute, dass sie durch den Anbieter für den Anwender gemanagt wird, aber für die spezifischen Bedarfe des Unternehmens hinsichtlich Performance und Scope optimierbar sind. Dies entbindet die Anwender­unternehmen nicht von der Verantwortung, für das Ergebnis und die Fachlichkeit selbst in die Verantwortung zu treten, entlastet aber die Operations-Bereiche.

Von hybriden Integrationsmodellen über klassische Integration Services wie B2B-Integration und 3rd Party und Legacy-Integration, bis hin zu iPaaS – SEEBURGER bietet umfassende Expertise in allen Bereichen.

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Thomas Kamper

Ein Beitrag von:

Thomas Kamper, SVP Strategic Product Management, ist verantwortlich für strategische Produktinitiativen im Zusammenhang mit allen Business Integrationstechnologien und -lösungen von SEEBURGER. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf API-Lösungen und Big Data. Er ist auch für Lösungen verantwortlich, die es Unternehmen ermöglichen, Herausforderungen hinsichtlich Transparenz und Kontrolle zu meistern, wenn ihr Tagesgeschäft auf die reibungslose Ausführung digitalisierter Geschäftsprozesse angewiesen ist. Er ist im Dezember 2017 wieder bei SEEBURGER eingetreten. Zuvor war er als Interims-Manager und Business Advisor tätig. Er unterstützte dabei viele Jahre das C-Level von Software- und Cloud-Service-Anbietern, ihre strategischen Produktinitiativen erfolgreich umzusetzen.