SAP S/4HANA-Integration im B2B-Bereich
SAP Anwender

6 Gründe, warum B2B-Integration mit SAP S/4HANA besonders anspruchsvoll ist

| | SVP Strategic Product Management, SEEBURGER AG
B2B-Integration mit SAP S/4HANA

Die zu integrierenden Endpunkte im Kontext einer SAP S/4HANA-Einführung sind oft sehr unterschiedlich. Die individuelle IT-Landschaft, Branche, Multi-Cloud– oder Digitalisierungs-Strategie spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Vier Integrationsfelder im Integrationsraum SAP S/4HANA lassen sich mit einem hohen Abdeckungsbedarf auf einer sehr einfachen Meta-Ebene bestimmen:

  1. 3rd Party-Applikationen und Legacy-Systeme
  2. B2B-Integration
  3. Public Cloud und Data Lakes
  4. SAP-Applikationen

Dieser Blogbeitrag geht im Detail auf die B2B-Integration mit SAP S/4HANA ein.

B2B-Integration mit S/4HANA

B2B-Integration mit S/4HANA
Abbildung 1: B2B-Integration mit S/4HANA

Das Integrationsfeld B2B ist die anspruchsvollste und heterogenste Disziplin im Integrationsraum SAP S/4HANA. 6 wesentliche Gründe hierfür sind:

  1. Das Wesen der B2B-Integration ist direkt mit den Kernprozessen von Unternehmen in deren Wertschöpfungskette verbunden.
    Je nach Branche sind das Kerngeschäft von Unternehmen oder bestimmte Compliance-Prozesse extrem stark von zuverlässigen und reibungslos automatisierten Prozessen mit den Geschäftspartnern abhängig. Je höher die Anzahl vollintegrierter Partner, desto anspruchsvoller ist es, dies für jeden einzelnen Partner und jeden integrierten Prozess zu managen und aufrecht zu erhalten.
  2. B2B-Integration weist die höchste Bandbreite an technologischen Herausforderungen aller Integrationsfelder auf.
    Obwohl es standardisierte und normierte Verfahren für Datenübertragung und Daten- bzw. Dokumentenstrukturen gibt, ist der Anteil nicht-standardisierter Verfahren enorm hoch. Und wenige etablierte Verfahren werden endgültig abgelöst, so dass die Bandbreite fortlaufend wächst. Jüngstes Beispiel ist der zunehmende Einsatz von REST APIs oder Web APIs für die B2B-Integration granularer Realtime-Prozesse. Experten erwarten nicht, dass dadurch bestehende Verfahren in absehbarer Zeit abgelöst werden – vielmehr erweitern diese granularen und oft realtime-getriebenen Integrationsprozesse die Möglichkeiten der Integration von Geschäftspartnern. Da in diesem Umfeld allerdings Branchenstandards fehlen und von einzelnen Geschäftspartnern individuell vorgegeben sind, erhöhen diese API-Integrationsprozesse die Bandbreite der B2B-Integration drastisch. Neben der fehlenden Standardisierung spricht ein weiterer Faktor gegen eine Ablöse bestehender Verfahren: Unternehmen haben kein Interesse, neue Technologien einzuführen, wenn sie im spezifischen Anwendungsfall keine signifikante Verbesserung hinsichtlich Zeit, Kosten oder Qualität mit sich bringen. Somit haben etablierte und bewährte Verfahren nicht ausgedient, was sich in diesem Integrationsfeld in der Vergangenheit bereits an anderen Beispielen bestätigt hat.
  3. Die Integration von Geschäftspartnern oder Behörden ist von fortlaufenden Änderungsdiensten begleitet.
    Diese betreffen sowohl technische Anforderungen wie Zertifikatspflege von Übertragungsprotokollen, als auch Änderungen und Erweiterungen von elektronischen Dokumentenstrukturen.
  4. Für SAP S/4HANA-Anwenderunternehmen ist die Auswahl der geeigneten – bzw. die Beherrschung der zur Verfügung gestellten Schnittstellentechnologie des betriebswirtschaftlichen Zentralsystems ein Unsicherheitsfaktor.
    Dieser Punkt ist von besonderem Gewicht und wird in einem spezifischen Blogbeitrag gesondert behandelt.
  5. B2B-Integration erfordert die sichere Beherrschung betriebswirtschaftlicher, technischer und prozessualer Sachverhalte.
    Für viele Unternehmen ist es schwierig, Generalisten vorzuhalten, die diese Aspekte für den Aufsatz von Integrationsstrecken und für deren operative Betreuung abdecken können.
  6. Im Zusammenhang mit B2B-Integration müssen vielfältige Compliance-Anforderungen abgedeckt werden.
    Dies wird besonders deutlich, wenn staatliche Stellen direkt oder indirekt involviert sind. Seit einigen Jahren ist zum Beispiel das Thema E-Invoicing in aller Munde. Ein weiteres Beispiel ist die Anbindung an nationale Zollbehörden, wie etwa heute durch SAP GTS.
    Die Beherrschung der jeweiligen landesspezifischen Besonderheiten und Anforderungen ist für sich bereits eine Mammutaufgabe.

Nur wenige Unternehmen haben bislang eine Konsolidierung, Standardisierung und Modernisierung ihrer B2B-Integrations-Infrastruktur durchgeführt. Innerhalb der Umstellungsfrist ist dies oder alternativ die Auswahl eines leistungsfähigen Service-Partners die einzige Möglichkeit, die Beherrschbarkeit dieses Integrationsfeldes sicherzustellen.

Informieren Sie sich über die SEEBURGER-Lösungen für die SAP S/4HANA-Integration und lesen Sie auch unsere weiteren Blogbeiträge für SAP User zu all den Aspekten, die bei dieser monumentalen Aufgabe zu berücksichtigen sind. Denn eines ist sicher: S/4HANA-Integration ist Expertensache.

Artikel

Lesen Sie hier den kompletten Fachartikel aus dem E-3 Magazin – Ausgabe Juni 2021.

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Thomas Kamper

Ein Beitrag von:

Thomas Kamper, SVP Strategic Product Management, ist verantwortlich für strategische Produktinitiativen im Zusammenhang mit allen Business Integrationstechnologien und -lösungen von SEEBURGER. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf API-Lösungen und Big Data. Er ist auch für Lösungen verantwortlich, die es Unternehmen ermöglichen, Herausforderungen hinsichtlich Transparenz und Kontrolle zu meistern, wenn ihr Tagesgeschäft auf die reibungslose Ausführung digitalisierter Geschäftsprozesse angewiesen ist. Er ist im Dezember 2017 wieder bei SEEBURGER eingetreten. Zuvor war er als Interims-Manager und Business Advisor tätig. Er unterstützte dabei viele Jahre das C-Level von Software- und Cloud-Service-Anbietern, ihre strategischen Produktinitiativen erfolgreich umzusetzen.