SAP S/4HANA-Integration Standardisierung
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B2B-Integration mit SAP S/4HANA – Die Vorteile von Content und kanonischen Formaten

| | SVP Strategic Product Management, SEEBURGER
B2B-Integration mit SAP S/4HANA – der Vorteil von Content und kanonischen Formaten

B2B-Integration mit SAP S/4HANA ist aufgrund der Vielfalt an Schnittstellen-Technologien, Compliance-Anforderungen, dem Einsatz von APIs und der Komplexität der Partneranforderungen eine besondere Herausforderung. Lernen Sie die Vorteile von Content und kanonischen Formaten kennen und erfahren Sie, wie das Konzept der Entkopplung für eine hochgradige Standardisierung Ihrer Migrationsprozesse sorgt.

Die Herausforderungen der B2B-Integration mit SAP S/4HANA

Im Kontext der vier Integrationsfelder für SAP S/4HANA nimmt die B2B-Integration eine besondere Stellung ein. In einem gesonderten Beitrag erfahren Sie 6 Gründe, warum B2B-Integration mit SAP S/4HANA besonders anspruchsvoll ist. Nachstehen sind diese Besonderheiten noch einmal skizziert:

Die Besonderheiten der B2B-Integration mit SAP S/4HANA
Abbildung 1: Die Besonderheiten der B2B-Integration mit SAP S/4HANA
B2B-Integration mit SAP S/4HANA ist besonders anspruchsvoll
Abbildung 2: B2B-Integration mit SAP S/4HANA ist besonders anspruchsvoll

Für Integrationsteams, vor allem für die, die SAP S/4HANA mit externen Geschäftspartnern und Behörden verbinden müssen, kommen weitere Herausforderungen hinzu:

  • Welche Schnittstellen-Technologien des SAP-Systems können, sollen oder müssen genutzt werden?
    Soll auf Legacy-Technologien oder auf strategische SAP-Technologien gesetzt werden? Wenn heute in Projektaufwände investiert wird, welche Technologien werden sich verlässlich behaupten?
  • Wie sind die Compliance-Anforderungen im Kontext von E-Invoicing am besten umzusetzen?
    Welchen Aufwand muss das Team betreiben, um die legalen Vorschriften für eine Landesgesellschaft oder Geschäftspartner in Ländern mit E-Invoicing-Mandaten umzusetzen?
  • Wie wird sich der Einsatz von APIs anstelle asynchroner, batch-orientierter Ansätze zur B2B- Integration weiterentwickeln?
    • Was bedeutet es, wenn strategische Geschäftspartner ihre B2B-Prozesse durch API-Technologie abbilden?
    • Wo bleiben die zu Grunde liegenden Geschäftsprozesse gleich?
    • Wo ist auch ein Wandel in prozessualer Sicht (z. B. von Push- zu Pull-Prozessen) erkennbar?
    • Was bedeutet der Einsatz von APIs unter Sicherheitsaspekten?
  • Wie skalieren Integrationsteams bei der Aufschaltung von Geschäftspartnern für automatisierte Geschäftsprozesse bei der Migration zu SAP S/4HANA und darüber hinaus?
    B2B-Integration hat die höchste Bandbreite an Technologie, Komplexität, Datenformat-Unterstützung sowie betriebswirtschaftlicher Semantik und birgt die Abhängigkeit von Testprozeduren mit externen Partnern, die schwierig zu organisieren ist. Dies hindert Integrationsteams, gerade im Hinblick auf den kurz bemessenen Migrationszeitraum für SAP S/4HANA, ihren Projektaufgaben in der geforderten Frist und in vollem Umfang gerecht zu werden.

Die Lösung bei der Migration auf S/4HANA: Entkopplung durch Einsatz eines kanonischen Formates

Der Königsweg, alle Anforderungen weitgehend parallel adressieren zu können, ist ein hochgradig standardisiertes Verfahren und Konzept der B2B-Integration. Dieses Konzept entkoppelt Partner-Content & spezifische B2B-Technolgie von SAP-Content & gewählter SAP-Schnittstellentechnologie.

Ein hochgradig standardisiertes Verfahren und Konzept der B2B-Integration entkoppelt Partner-Content & spezifische B2B-Technolgie von SAP-Content & gewählter SAP-Schnittstellentechnologie
Abbildung 3: Ein hochgradig standardisiertes Verfahren und Konzept der B2B-Integration entkoppelt Partner-Content & spezifische B2B-Technolgie von SAP-Content & gewählter SAP-Schnittstellentechnologie

Der wesentliche und entscheidende Faktor, um diese Entkopplung durchführen zu können, ist der Einsatz eines kanonischen Formates als Zwischenschicht.

Das kanonische Format ermöglicht es, alle vorhandenen Anforderungen externer Partner in standardisierte und generische Geschäftsprozesse zu überführen – und nur diese final mit dem Backendsystem zu integrieren.

Die Wandlung der partner-individuellen Ausprägungen (Technik und Formate) auf diese generischen Prozesse sowie die Abbildung dieser dann drastisch vereinfachten und reduzierten Prozesse auf die spezifischen Backend-Schnittstellen (Interfaces und Technologie) ermöglicht den höchsten Grad an Beherrschbarkeit und Pflegbarkeit der komplexen B2B-Integrationsanforderungen.

Neue Partner werden dann nur noch durch ein Deployment von Partner-Content aufgeschaltet, sie sind nicht mehr Anlass für ein Integrationsprojekt. Der externe Bezug von Partner-Content ermöglicht es, einen Anbieter zu wählen, der die Wartung des Contents ebenso übernimmt. Somit reduzieren sich alle Änderungsdienste auf ein Content-Update.

Investitionssicherheit und Aufwandsreduktion bei der Migration auf SAP  S/4HANA geht nur über Entkopplung und Content
Abbildung 4: Investitionssicherheit und Aufwandsreduktion bei der Migration auf SAP  S/4HANA geht nur über Entkopplung und Content

Bei der Migration auf S/4HANA reduziert das Konzept der Entkopplung die Projektaufwände

Abbildung 4 gibt einen Einblick in das Konzept der Entkopplung am Beispiel eines SAP ECC Anwenders, der parallel S/4HANA einführt. Auf der Seite des Backends, des ERP-Systems, ist leicht zu erkennen, dass es keine Rolle spielt, welche SAP-Integrationstechnologie (Legacy oder strategisch) für beide SAP-Ausprägungen (ECC oder S/4HANA) gewählt wird (links). Zur Reduktion von Projektaufwänden kann eine rasche Entscheidung getroffen werden, zunächst die SAP IDoc/ALE Schnittstelle auch für SAP S/4HANA weiter zu nutzen. Voraussetzung ist die Verfügbarkeit der notwendigen IDocs und die Anpassungen pro IDoc, die sich in einzelnen Segmenten durch den Systemwechsel ergeben.

Entscheidend ist folgendes: Sollte in einer absehbaren Zeit ein Umstieg zur Modernisierung durchgeführt werden, so ist der Modernisierungsaufwand gering (siehe Abbildung 4: *1). Er reduziert sich auf eine sehr überschaubare Anzahl an Prozess-Mappings, während die hohe Bandbreite an bereits verwendetem Partner-Content problemlos weiter genutzt werden kann.

Durch ein kanonisches Format als Zwischenschicht werden Migrationsaufwände minimiert und Migrationen beschleunigt

Der Einsatz eines kanonischen Formates als Zwischenschicht funktioniert in gleicher Weise bei der Einführung neuer Technologietrends und ist unabhängig von der jeweiligen B2B-Integrationstechnolgie und des Content-Formates der individuellen Geschäftspartner. Das Beispiel *2 in Abbildung 4 stellt dar, dass ein B2B-Partner statt klassischer Ansätze nun APIs für den Austausch von Geschäftsdokumenten nutzt. Dies ist durch die Bereitstellung von spezifischem Partner-Content möglich – ein weiterer Skaleneffekt des Konzeptes zum Thema Zukunftssicherheit und Investitionsschutz.

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Thomas Kamper

Ein Beitrag von:

Thomas Kamper, SVP Strategic Product Management, ist verantwortlich für strategische Produktinitiativen im Zusammenhang mit allen Business Integrationstechnologien und -lösungen von SEEBURGER. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf API-Lösungen und Big Data. Er ist auch für Lösungen verantwortlich, die es Unternehmen ermöglichen, Herausforderungen hinsichtlich Transparenz und Kontrolle zu meistern, wenn ihr Tagesgeschäft auf die reibungslose Ausführung digitalisierter Geschäftsprozesse angewiesen ist. Er ist im Dezember 2017 wieder bei SEEBURGER eingetreten. Zuvor war er als Interims-Manager und Business Advisor tätig. Er unterstützte dabei viele Jahre das C-Level von Software- und Cloud-Service-Anbietern, ihre strategischen Produktinitiativen erfolgreich umzusetzen.