Peppol in Japan
E-Invoicing

Japan: Obligatorische steuerkonforme Rechnung ab 2023

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Japan: B2B E-Invoicing ab 2023 verpflichtend

Die japanische E-Invoice Promotion Association (EIPA) wurde 2020 gegründet, mit dem Ziel, ein standardisiertes E-Invoicing-System in Japan zu entwickeln und aufzubauen. Die japanische Regierung hat dem Vorschlag der EIPA, Peppol als Grundlage für einen neuen japanischen Standard für die steuerkonforme elektronische Rechnungsstellung zu verwenden, stattgegeben. Der Zeitplan der EIPA[1] für die Einführung des Mandats für die steuerkonforme Rechnungsstellung in Japan ist dabei sehr knapp bemessen. Nach dem neuen System muss ab dem 1. Oktober 2023 die elektronische Rechnungsstellung für die Zwecke des Vorsteuerabzugs verwendet werden.

Roadmap für das E-Invoicing in Japan

Abbildung 1: Zeitplan für die elektronische Rechnungsstellung in Japan

Japan wird dabei nicht nur das Peppol-Transportnetz und die Peppol-Spezifikationen für die geschäftliche Interoperabilität von elektronischen Rechnungen und Gutschriften einführen, sondern auch gesetzliche Anforderungen für die Einhaltung der Steuervorschriften.

Was bedeutet die Einhaltung der Steuervorschriften für die elektronische Rechnungsstellung in Japan?

Mit der neuen Steuervorschrift, die am 1. Oktober 2023 in Kraft tritt, wird es für Steuerzahler notwendig, sogenannte „korrekte Rechnungen“ (Tekikaku Seikyusho) auszustellen. Aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Steuersätze (acht oder zehn Prozent) kann es für einige Steuerzahler schwierig werden, die JCT-Zahlungen (Japanese Consumption Tax)[2] korrekt abzurechnen.

Um die neuen Anforderungen zu erfüllen, muss die korrekte Rechnung die folgenden Informationen aufweisen:

  • Name des Emittenten (Verkäufer, der für JCT registriert ist) sowie seine JCT-Registrierungsnummer
  • Datum der Transaktion
  • Beschreibung der Transaktion
  • Gesamtbetrag der Transaktion (entweder mit oder ohne Steuern) pro „Steuerkategorie und Steuersatz“ sowie dessen Steuersatz
  • JCT-Betrag pro Steuersatz (die Rundung darf dabei nur einmal pro „Steuerkategorie und Steuersatz“ in einer Rechnung vorgenommen werden)
  • Name des Empfängers der korrekten Rechnung.

Sowohl das Format als auch die Bezeichnung des Dokuments sind nicht festgelegt. Das bedeutet, dass, solange die Informationen auf einem Dokument zu finden sind, dieses auch als korrekte Rechnung angesehen werden kann, wie z. B. ein Lieferschein mit Preisangaben; ein in Japan übliches Dokument. Auch wenn alle Informationen genannt werden müssen, bedeutet dies jedoch nicht unbedingt, dass auch alle Informationen auf demselben Dokument abgedruckt sein müssen. Ein eindeutiger Verweis auf das entsprechende Dokument ist ausreichend.

Die wichtigste Änderung für die Steuerzahler – und für manche sicher eine Herausforderung – wird darin bestehen, die verschiedenen Steuersätze und -beträge pro Dokument aufzulisten. Für Steuerzahler, die nur mit einem Steuersatz arbeiten, können Anpassungen ohne großen Aufwand vorgenommen werden. Werden jedoch verschiedene Steuerarten für dieselbe Rechnung verwendet, wird es komplizierter.

Durch die Partnerschaft mit ENDEAVOR SBC Co. Ltd. kann SEEBURGER auf mehr als 14 Jahre Erfahrung im Japanischen Markt bauen und ist auf die bevorstehenden Neuerungen gut vorbereitet.

Warum haben sich die japanische Regierung und die EIPA für Peppol als japanischen Standard für die elektronische Rechnungsstellung entschieden?

Da sich Peppol mehr und mehr von der öffentlichen Auftragsvergabe auf B2G- und B2B-Transaktionen, insbesondere Rechnungen, verlagert hat und da Singapur, gefolgt von Australien und Neuseeland, die ersten Anwender von Peppol für die elektronische Rechnungsstellung im B2B-Bereich in Asien waren, ist Japan der Ansicht, dass Peppol „am ehesten in der Lage ist, ein globaler Standard zu werden“[3].

Heutzutage sind Rechnungen in Japan oft papierbasierte, zusammengefasste Rechnungen über alle Lieferungen in einem bestimmten Zeitraum. In Japan ist es üblich, solche zusammengefassten Rechnungen auf monatlicher Basis auszustellen. Diese derzeitige japanische Geschäftspraxis muss – neben anderen spezifischen Anforderungen, z. B. in Bezug auf die JCT etc. – in Japans künftigem E-Invoicing-System berücksichtigt werden. Die bevorstehende Einführung von steuerkonformen elektronischen Rechnungen im XML-Format auf der Grundlage von Peppol wird voraussichtlich ein wichtiger Katalysator für eine digitalisierte „durchgängige Verarbeitung“ sein, die es den Geschäftspartnern ermöglicht, physische (z. B. Bestellungen und Lieferungen) und finanzielle (z. B. Rechnungen und Zahlungen) Transaktionen in der Lieferkette effizient abzugleichen und abzustimmen.

Was ist das Besondere an E-Invoicing über Peppol in Japan im Vergleich zu Europa?

Zunächst einmal ist Japan 2022 als weiteres Mitglied aus dem asiatisch-pazifischen Raum dem Peppol-Netzwerk beigetreten und das erste Land, das mit einer lokalen Spezifikation, dem sogenannten „Peppol BIS Billing JP[4]“ auf Grundlage der Prinzipien des „Peppol International Invoicing Model (PINT)“, beginnt. Diese Spezifikation wurde von EIPA und OpenPeppol gemeinsam entwickelt. Das PINT-Modell wurde geschaffen, um die grenzüberschreitende Rechnungsstellung im internationalen Kontext zu erleichtern. Die PINT-Spezifikation wurde auf Grundlage der europäischen Kernrechnung (EN-16931) und Peppol BIS Billing 3.0 entwickelt, jedoch zusätzlich um internationale Steuervorschriften erweitert.

Zweitens müssen Peppol-Dienstleister von der japanischen Peppol-Behörde, Japans Digitalagentur, anerkannt werden. Seit dem 13. September 2022 ist SEEBURGER als einer der ersten Anbieter für Peppol-Dienste in Japan akkreditiert. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens prüft die Peppol Authority of Japan Sicherheitsthemen, steuerliche Bestimmungen sowie Kenntnisse des lokalen Marktes und der Unternehmen, von denen die Mehrheit in Japan KMUs sind.

Wie SEEBURGER Sie unterstützen kann

Als einer der ersten Anbieter von Peppol Access Point Services für Japan ist SEEBURGER von der japanischen Peppol-Behörde offiziell anerkannt worden. SEEBURGER wurde außerdem schon 2019 von der OpenPEPPOL AISBL als einer der ersten deutschen Peppol Access Point Certified Provider zertifiziert und konnte so in den letzten Jahren bereits ein hohes Maß an Erfahrung in der Abbildung und dem Austausch großer Mengen von Peppol-Nachrichten sammeln. SEEBURGER ist ein zertifizierter Peppol Access Point Provider für AS2 und AS4.

Es geht jedoch nicht nur um die technischen Voraussetzungen und die japanische Anerkennung der Peppol Services von SEEBURGER in Japan. Genauso wichtig ist es, die Kultur, die Sprache, das Geschäft, den Markt und die steuerlichen Bestimmungen Japans zu verstehen, um unsere KundInnen bestmöglich unterstützen zu können. Dies ist einer der Gründe, warum SEEBURGER eng mit ENDEAVOR SBC Co. Ltd., SEEBURGERs japanischem Partner und Vertreter in Japan, zusammenarbeitet.

Unsere KollegInnen von ENDEAVOR SBC Co. Ltd. sprechen Japanisch, Englisch und Deutsch und bringen mehr als 14 Jahre Erfahrung auf dem japanischen Markt mit. Gemeinsam sind SEEBURGER und ENDEAVOR SBC Co. Ltd. darauf bedacht, unsere japanischen und ausländischen KundInnen mit japanischen Niederlassungen beim E-Invoicing und anderen Herausforderungen bestmöglich zu unterstützen.

Broschüre

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[1] https://www.eipa.jp/library/59a542ac4afe427b0dbd94f3/61550d723c9a2a0f3716ff40.pdf (abgerufen am 20.09.2022)

[2] Die Verbrauchssteuer in Japan ist eine breit angelegte Steuer, die auf fast alle Lieferungen von Waren und Dienstleistungen in Japan erhoben wird. In anderen Ländern ist die Verbrauchssteuer als Mehrwertsteuer (VAT) oder Waren- und Dienstleistungssteuer (GST) bekannt. Die Verbrauchssteuer in Japan ist fast identisch mit der Mehrwertsteuer in den EU-Ländern und der GST. Siehe Kapitel 5 unter https://test-docs.peppol.eu/japan/master/billing-1.0/bis/ (abgerufen am 20.09.2022)

[3] https://www.eipa.jp/library/59a542ac4afe427b0dbd94f3/61550d723c9a2a0f3716ff40.pdf (abgerufen am 20.09.2022)

[4] https://test-docs.peppol.eu/japan/master/billing-1.0/ (abgerufen am 20.09.2022)

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Gerrit Onken

Ein Beitrag von:

Gerrit Onken ist seit 2010 bei der SEEBURGER AG als Produktmanager für Softwareanwendungen und für den Bereich Elektronischer Datenaustausch (EDI) tätig. Seine Schwerpunkte sind Lösungen für SAP, elektronische Rechnungsstellung (E-Invoicing) und die Digitalisierung von geschäftlichen und technischen Prozessen für global agierende Kunden. Ursprünglich gelernter Bankkaufmann, absolvierte Gerrit Onken ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Industriemanagement und Wirtschaftsinformatik. Nach seiner Tätigkeit in der Finanzbranche arbeitete er von 2004 bis 2010 als Manager und Projektleiter bei einer der fünf größten Unternehmensberatungen mit internationalen BPOs in der Banken- und Automobilbranche.