XRechnung Update auf 2.2.0
E-Invoicing

XRechnung 2.2.0: Was ändert sich ab dem 01.08.2022 und was kommt neu hinzu?

| | Produktmanagerin Business Unit Utilities, SEEBURGER
Update auf XRechnung 2.2.0

Es ist wieder so weit: Zum 01.08.2022 wird die Version 2.2.0 der XRechnung und Extension XRechnung gültig und ersetzt damit die aktuell gültige Version 2.1.1. In unserem Beitrag können Sie sich darüber informieren, was sich ändert und was neu ist.

Wie auch bei den vergangenen Versionen, sind die Änderungen gegenüber der vorherigen verhältnismäßig gering. Besonders hervorzuheben für diese Version sind die Erweiterungen, um die Kompatibilität mit dem Fachverfahren der digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) herzustellen. Daneben sind die bereits angekündigten Regelerweiterungen für die Prüfung der Kontaktdaten des Verkäufers umgesetzt worden.

Herstellung der Kompatibilität mit dem DiGA-Fachverfahren

Zur Herstellung der Kompatibilität mit dem DiGA-Fachverfahren ist eine Erweiterung der Code-Listen erforderlich. Solange die erforderlichen Codes noch nicht in die Codeliste ISO 6523[1] bzw. das Electronic Address Scheme (EAS) eingegangen sind, können diese nicht in der XRechnung, die eine CIUS zur EN-16931 darstellt, verwendet werden. In der Validierung führt dies zu einer Ablehnung.

Gemäß den Regeln der EN-16931 ist es jedoch möglich, über Erweiterungsspezifikationen wie der „Extension XRechnung“ auch Codes zu verwenden, die gemäß der Norm nicht Bestandteil der Code-Listen sind. Daher wurden die folgenden Codes in die erweiterte Codeliste der Extension XRechnung Version 2.2.0 aufgenommen:

CodeNameBeschreibung
XR01DiGAVEIDEindeutiges Kennzeichen für eine Verordnungseinheit einer DiGA nach Paragraph 139e SGB V
XR02FreischaltcodeDigitaler Gutschein für die Nutzung einer DiGA nach Paragraph 139e SGV V
XR03IKEindeutiges Kennzeichen für einen Leistungserbringer nach Paragraph 293 SGB V

Quelle: XRechnung-v2.2.0

Für Anwender des DiGA-Fachverfahrens bedeutet dies, dass zur Verwendung der genannten Codes, die Extension XRechnung verwendet werden muss.

Die Auswirkungen für den Ersteller der Rechnung

Für die Anwendung des DiGA-Fachverfahrens handelt es sich im Wesentlichen um die Verwendung der erweiterten Code-Liste. Inhaltich bleibt die Rechnung in dem bestehenden Umfang gleich. Lediglich die sogenannten Customization-ID in der XML wird sich für den Anwender ändern und selbstverständlich müssen die Codes an den entsprechenden Stellen aus den rechnungserstellenden Systemen auch unterstützt werden.

Beispiel für die Customization-ID in der Syntax UBL:

<cbc:CustomizationID>urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:xoev-de:kosit:standard:xrechnung_2.2#conformant#urn:xoev-de:kosit:extension:xrechnung_2.2</cbc:CustomizationID>

Erweiterung der Prüfregeln für Kontaktdaten des Verkäufers

Angaben zu den Kontaktdaten des Verkäufers müssen gemäß nationaler Regel BR-DE-2 verpflichtend angegeben werden. Es wurde jedoch nicht geprüft, ob diese Angaben Sinn ergeben. Dies führte u. a. dazu, dass z. B. Angaben wie „sind bekannt“ gemacht wurden, statt eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse anzugeben.

Um dies zukünftig zu verhindern, werden mit dieser Version 2 neue Prüfregeln eingeführt:

  • BR-DE-27
    Mit dem Element „Seller contact telephone number“ (BT-42) soll eine gültige Telefonnummer übermittelt werden. Eine gültige Telefonnummer muss mindestens drei Ziffern enthalten.
  • BR-DE-28
    Mit dem Element „Seller contact email address“ (BT-43) soll eine gültige E-Mail-Adresse übermittelt werden.
    In BT-43 soll genau ein @-Zeichen enthalten sein, welches nicht von einem Leerzeichen, einem Punkt, aber mindestens zwei Zeichen auf beiden Seiten flankiert werden soll. Ein Punkt sollte nicht am Anfang oder am Ende stehen.

Sofern die Angaben bisher den erwarteten Inhalten entsprechen, darf davon ausgegangen werden, dass die Einführung der Prüfungen keine Auswirkungen auf bestehende Implementierungen der XRechnung oder Extension XRechnung hat.

Abgesehen von den genannten Änderungen gibt es editorielle Anpassungen im Teil IIb. Extension XRechnung des Dokumentes XRechnung-v2.2.0.pdf.

Die komplette Spezifikation zur XRechnung Version 2.2.0 finden Sie wie immer unter https://www.xoev.de/xrechnung-16828. Hier erhalten Sie neben der Spezifikation in dem Bundle auch Beispieldateien in dem Ordner „xrechnung-2.2.0-testsuite-2022-01-31“

Außerdem finden Sie auf der Seite der KOSiT unter https://www.xoev.de/peppol-21513 auch weitergehende Informationen zum Versand der XRechnung über das Peppol-Netzwerk.

E-Invoicing mit SEEBURGER

Der Invoice Delivery Service (IDS) von SEEBURGER ermöglicht die Validierung Ihrer XRechnungen auf Basis des Open-Source-Validators der KoSIT. Mit dem IDS können Sie unter anderem Ihr ERP-System anbinden und automatisiert aus einem Rechnungsdatensatz eine XRechnung oder andere Rechnungsformate generieren. Bevor diese dann beispielsweise via Peppol oder eine E-Mail an ihr Ziel versendet wird, erfolgt eine automatische Validierung. So können Sie sicherstellen, dass ausschließlich valide XRechnungen an Ihre Kunden versendet werden.

Live-Webcast

XRechnung 2.2.0 – gültig ab 01.08.2022

27. April 2022 | 10:00 – 11:00 CEST (Berlin)

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[1] ISO 6523: internationaler Standard zur Identifizierung von Organisationen oder Organisationsteilen. Die Scheme-ID aus der ISO 6523 wird z. B. in der BT-29 „Seller Identifier“ oder der BT-46 „Buyer Identifier“ genutzt.

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Katharina Koch

Ein Beitrag von:

Katharina Koch, Produktmanagerin, Business Unit Utilities ist verantwortlich für die Führung und Produktentwicklung im Zusammenhang mit der Marktkommunikation sowie den E-Invoicing Lösungen von SEEBURGER für die Utilities Industries. Katharina Koch verfügt über mehr als 15 Jahre Geschäfts- und Technologieerfahrung im Umfeld der Versorgungwirtschaft, insbesondere in den Bereichen Marktkommunikation und SAP IS-U. Katharina Koch ist seit Januar 2013 bei SEEBURGER.