✅ Marktkommunikation Energiewirtschaft: Die SEEBURGER-Lösung
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15 Jahre Marktkommunikation Energiewirtschaft

| | Produktmanager Business Unit Utilities, SEEBURGER AG
Marktkommunikation Energiewirtschaft ist mit der SEEBURGER MaKo-Lösung ganz einfach

Seit Beginn dieses Jahrhunderts können Haushalte ihren Energieversorger frei wählen. Diese Neuerung brachte viel Bewegung in den Energiemarkt und erforderte einheitliche Prozesse, Formate und Übertragungsregeln für eine automatisierte und effiziente Kommunikation unter den Energielieferanten. Ende 2019 führte die Bundesnetzagentur mit “MaKo2020” eine Reihe neuer Regelungen ein, die die Kommunikationsketten zum Teil erheblich umgestalteten.
Erhalten Sie einen Überblick über 15 Jahre Marktkommunikation in der Energiewirtschaft und erfahren Sie, welche Lösungen die SEEBURGER Utilities-Mako-Anbindung für den Energieversorgungsmarkt bietet.

Die Liberalisierung des Energiemarktes

Der Grundstein für die Marktkommunikation der Energieversorger wurde 1998 gelegt, als die EU Richtlinie 96/92/EG in nationales Recht umgesetzt wurde und damit der deutsche Strommarkt liberalisiert wurde. Die Liberalisierung des Gasmarktes folgte dann 2003 als die entsprechende EU Richtlinie 98/30/EG für den Gasmarkt umgesetzt wurde. Damit konnten nun private Haushalte ihren Energieversorger frei wählen. Die Monopole der örtlichen Stadtwerke wurden aufgebrochen und damit ein wettbewerbsorientierter Markt geschaffen. 2005 wurden, durch eine erneute Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), die Richtlinien 2003/54/EG und 2003/55/EG der EU umgesetzt. Damit kam das sogenannte „Unbundling“, die wirtschaftliche Trennung von Netzbetrieb und Lieferanten-Tätigkeiten von Energieversorgungsunternehmen mit mehr als 100.000 Kunden zum Tragen, was wiederum dazu führte, dass Netz und Vertrieb innerhalb eines Energieversorgungsunternehmens unabhängig voneinander agieren konnten.

Marktkommunikation Energiewirtschaft

Da nun die Endverbraucher ihren Energielieferanten frei wählen konnten und somit die Zahl der Lieferantenwechsel in diesem neu geschaffenen Markt stark anstiegen, mussten die Marktteilnehmer Wege finden, diese Vorgänge und die damit verbundene Kommunikation untereinander, effektiv und automatisiert abzuwickeln. 2006 wurden hierzu erstmal einheitliche Prozesse, Formate und Übertragungsregeln beschlossen. Mit Einführung der Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität (GPKE) wurden zuerst die Lieferantenwechselprozesse im Strommarkt vereinheitlicht, später, 2008, kamen dann die Geschäftsprozesse Lieferantenwechsel Gas (GeLi Gas) dazu. Als Datenformat wurde hierzu EDIFACT, auch sprachlich zum Teil als EDIFACT Marktkommunikation bezeichnet, gewählt und für die Übertragung kommen, bis heute noch, E-Mail und AS2 zum Einsatz, wobei die E-Mail-Kommunikation ca. 98 % der gesamten Marktkommunikation ausmacht. Es folgten weitere Prozesse wie GABi Gas und MaBiS (Regeln zur Bilanzierung im Gas- bzw. Strombereich) sowie WiM (Geschäftsprozesse im Messwesen). Durch die halbjährigen Veröffentlichungen der BNetzA und der Formatanpassungen durch die EDI@Energy werden diese Prozesse seither stetig erweitert, optimiert und durch neue Prozesse erweitert.

MaKo 2020

Am 1. Dezember 2019 trat die neuen Regelungen der Bundesnetzagentur (BNetzA)-Festlegung zur Marktkommunikation 2020 (BK6-18-032, kurz „MaKo 2020“) in Kraft. Mit der MaKo 2020 hat sich die Anzahl der beteiligten Marktrollen an der Kommunikation erhöht und es gab wesentliche Änderungen in den Kommunikationsketten.

Die folgenden Punkte wurden durch die MaKo 2020, teilweise erheblich, geändert:

  • Für die Erhebung, Aufbereitung und Verteilung von Messwerten ist der Messstellenbetreiber (MSB) verantwortlich. Dies gilt unabhängig davon, ob die Werte aus einem konventionellen Zähler oder einer intelligenten Messeinrichtung kommen.
  • Die Verteilung der Messwerte erfolgt aus dem Backend-System des MSB, die Netzbetreiber (NB) treten damit nicht mehr länger als Verteiler der Messwerte auf. Diese Änderung gilt aber nur für die Sparte Strom. Im Gas ist der NB als zentraler Verteiler wegen der Daten zur Gasqualität beibehalten worden. Damit hat eine Trennung in den Prozessen zwischen Strom und Gas stattgefunden, die zuvor immer identisch erfolgten.
  • Die Aggregation von Einzelwerten zu Bilanzkreissummen für die Bilanzkreisabrechnung wird für Marktlokationen mit intelligenten Messsystemen (iMS) grundsätzlich von den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) durchgeführt. Dadurch wurde auch der ÜNB in die MaKo-Prozesse eingebunden.

Die SEEBURGER MaKo für die Energiewirtschaft

Seit Beginn der regulierten Marktkommunikation im Jahr 2006 und, natürlich, mit der Einführung der Mako 2020 unterstützt SEEBURGER seine Kunden hierbei mit maßgeschneiderten und standardisierten Lösungen. Das Angebot erstreckt sich dabei von kundenspezifischen Implementierungen bis hin zu Content-Angeboten für SAP-Nutzer.

Die Utilities-MaKo Lösung basiert hierbei auf der bewährten SEEBURGER BIS Integrationsplattform und wird bereits seit vielen Jahren bei den Kunden der SEEBURGER AG eingesetzt.

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Bestandteil der SEEBURGER Utilities-Mako-Lösung sind neben dem Monitoring auch die Umsetzung alle notwendigen EDI@Energy Nachrichtenformate, entsprechender Prüfungen (sogenannte Compliance-Checks) und Mappings in die Kundensysteme (wie z.B. SAP IS-U). Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf Umsetzung der komplexen CONTRL und APERAK Prüfungen gelegt, die halbjährlich im Rahmen der Formatwechsel angepasst werden.

Die notwendigen Anpassungen zu den Formatwechseln werden dabei zentral analysiert, entwickelt und mit genügend Vorlauf vor den Formatumstellungen ausgerollt. Diese werden für alle Nachrichtentypen als Content-Abos (vorgefertigte Inhalte im Abo) zu Festpreisen zur Verfügung gestellt. Hierbei profitieren sowohl Cloud- als auch On-Premises-Kunden gleichermaßen von der hohen Qualität des standardisierten Contents (Inhalte).

Cloud Service für die Marktkommunikation Energiewirtschaft

Im Jahr 2019 hat SEEBURGER mit dem MaKo Cloud-Angebot dieses Portfolio konsequent weiterentwickelt und bietet damit nicht nur die bereits On-Premises verfügbaren Funktionen, sondern durch die Verwaltung und Pflege der Marktpartnerdaten einen Full-Service an, der es dem Nutzer erlaubt, sich auf die fachlichen Prozesse zu konzentrieren.

Der MaKo Cloud Service Energiewirtschaft von SEEBURGER
Abbildung 1: Der MaKo Cloud Service Energiewirtschaft von SEEBURGER

Der MaKo Cloud Service beinhaltet einen umfangreichen Service für die Energiewirtschaft zur Marktpartnerverwaltung, der sowohl die Anbindung neuer Marktpartner, als auch das Management bestehender Verbindungen und der dazugehörigen Zertifikate einschließt. Die standardisierten CONTRL- und APERAK-Prüfungen für eingehende Marktnachrichten gehören ebenso zum Service wie auch die Umsetzung der EDIFACT MaKo-Nachrichten (EDIFACT Marktkommunikation) in spezifische Formate der jeweils eingesetzten Backend-Systeme. Für die Kommunikation mit den Marktpartnern werden die gängigen Protokolle wie SMIM, E-Mail und AS2 verwendet. Zukünftige Protokolle, wie zum Beispiel AS4, sind dabei auch schon heute im SEEBURGER-Standard vorhanden.

Heute verarbeitet die SEEBURGER MaKo Cloud bereits über 10 Millionen Nachrichten pro Monat und verwaltet über 40.000 MaKo Verbindungen mit mehr als 3.000 Partnern.

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Alexander Schmidt

Ein Beitrag von:

Alexander Schmidt ist seit 2001 bei der SEEBURGER AG tätig. Seit 2006 gehört er der Business Unit Utilities an. Er betreute dort zunächst verschiedene große Kunden aus dem Energiesektor, bevor er 2018 in das Produktmanagement wechselte. Seitdem betreut er die SEEBURGER-Lösungen für den Energiemarkt. Seine Freizeit verbringt er gerne mit seiner Familie oder geht gemeinsam mit Freunden seinem Hobby, dem Dart-Sport, nach.