đź“Ś Der digitale Reifegrad

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Digitale Ă–konomie und der Reifegrad der Digitalisierung

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Bisherige assetorientierte Geschäftsmodelle werden durch neue, datengetriebene und auf Vernetzung ausgerichtete Konzepte ersetzt. Die Bedeutung digitaler Assets in Form von Assistenten, Bots, Apps, Virtual Counterparts und Digital Twins (digitale Zwillinge) sowie neuer virtueller durch Zusatzinformationen angereicherter Realitäten, nimmt in unserem Alltag ständig zu. Dennoch bedeutet Digitalisierung viel mehr als nur den Einsatz modernder Informations-, Kommunikations-(IKT) und Internettechnologien. Welche Chancen und Herausforderungen hält die digitale Ökonomie für uns bereit? Und woran misst man die digitale Reife eines Unternehmens?

Was ist digitale Ă–konomie?

Spricht man von digitaler Ă–konomie, geht es im Wesentlichen darum, dass Prozesse und Produkte auf Basis von Daten, Datenmodellen und Algorithmen mehr und mehr virtualisiert, Menschen und Dinge vernetzt, Wissen und Informationen geteilt werden. Dabei wird eine digitale Ă–konomie von drei Merkmalen gekennzeichnet:

  1. Virtualisierung
    Real existierende Dinge werden als abstrakte Datenpakete (im Sprachgebrauch als sogenannte digitale Zwillinge, engl. „digital twins“, oder digitale Schatten bezeichnet) virtuell abgebildet. Damit können sie gleichzeitig, mehrfach und standortunabhängig verwendet werden. Es existieren keine Grenzen hinsichtlich der Anwender, des Raums und der Zeit, wodurch völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten auf der Produkt-, Service- und Prozessebene eröffnet werden. Die Virtualisierung fungiert somit als Innovationshebel und Wertschöpfungsquelle der digitalen Ökonomie.
  2. Vernetzung
    Durch die Vernetzung von Menschen, Produkten und Prozessen entstehen auf Basis moderner Informations- und Internettechnologien interagierende Gesamtsysteme. Durch die Vernetzung können die virtualisierten Produkte und Prozesse interagieren und im Unternehmen sowie bei den Kunden, Lieferanten und anderen externen Dritten verteilt werden. Die Vernetzung stellt somit die notwendige digitale Infrastruktur für die digitale Ökonomie zur Verfügung.
  3. Teilen
    Digitalisierung erleichtert den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Daten, Informationen und Wissen. Dadurch, dass Wissen zeitgleich und mehrfach genutzt werden kann, wird es in der digitalen Ökonomie zu einer Ressource, die durch Teilen vermehrt wird. Durch die Verknüpfung von Daten sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch extern, mit Lieferanten und Kunden, schafft dieser Wissens- und Informationsaustausch zudem neue Servicemöglichkeiten. Das Interesse der Kunden an Wissen über Produkte und Dienstleistungen lässt neue Formen der Kooperation und Kollaboration entstehen.

Digitale Ă–konomie: Besonderheiten und Herausforderungen

Die digitale Ökonomie eröffnet Unternehmen ein großes Potenzial für neue Geschäfts- und Kooperationsmodelle. Diese bringen jedoch auch neue Anforderungen mit sich:

  1. Wissensdiffusion
    Die Diffusion, also die Verbreitung von Wissen, kann und soll in digitalen Geschäftsmodellen nicht vollständig verhindert werden. Die Bestimmung des optimalen Offenheitsgrades zwischen Wissensabfluss und kontrollierter Nutzung von Know-how durch Dritte gehört zu den zentralen Herausforderungen in digitalen Ökonomien. Durch den API Gateway der SEEBURGER Business Integration Suite (BIS) kann beispielsweise der API-Datenverkehr wirksam geschützt und kontrolliert werden.
  2. Digitale Plattformen
    Transaktions-, Vermittlungs- und Entwicklungsplattformen sind das infrastrukturelle Herzstück digitaler Ökonomien. Die Business Integration Suite (BIS) von SEEBURGER ist eine umfassende Plattform für den digitalen Wandel und bietet tiefgreifende Integration mit allen Systemen, Anwendungen, Geschäftspartnern und Cloud Services.
  3. Kollaboration
    Durch die Digitalisierung eröffnen sich neue Möglichkeiten des gemeinsamen Arbeitens auf Wissensplattformen oder mit gemeinsamen Ressourcen. Oft geschieht dies in agilen Strukturen mit unklaren Datennutzungsrechten und Erlösmodellen, oder die Anbindung von ERP-Systemen erfolgt mit Cloud-Lösungen.
  4. Erlösmodelle
    Da die Daten in der Digitalen Ökonomie als öffentliche Güter fungieren, ist die Realisierung von Erlösen knifflig. Die derzeitigen Geschäftsmodelle lösen das Problem entweder durch die Durchsetzung des Ausschlussprinzips (z. B. Lizenzen) oder durch Formen der indirekten Monetarisierung (bezahlen mit Daten/Werbung).

Digitalisierung bedeutet die Verwendung von breit einsetzbaren Technologien. In manchen Fällen führen diese zu einer weitreichenden, über Branchengrenzen hinausgehenden, schöpferischen Zerstörung alter Geschäftsmodelle, zu sogenannter Disruption. Eine der folgenreichsten digitalen Disruptionen ist sicherlich die sukzessive Verdrängung des Einzelhandels durch Onlinehandelplattformen wie Amazon. Auch Musik- und Videostreaming-Dienste haben sich disruptiv auf die Verbreitung physischer Ton- und Bildträger ausgewirkt. Die aktuelle Situation, in der wir uns aufgrund der globalen Corona-Pandemie befinden, befeuert den digitalen Zahlungsverkehr sowie digital Banking und verdrängt zunehmend die Barzahlung, physische Überweisungsträger und traditionelle Banken.

Um diesen Herausforderungen schnell und flexibel begegnen zu können, ist Agilität gefordert.

  • Je höher der Reifegrad der Digitalisierung in einem Unternehmen ist, desto flexibler ist dieses in der Lage, Geschäftsmodelle, Regulierungen und IT-Systeme an neuen Anforderungen auszurichten.

Der Reifegrad der Digitalisierung

Auch wenn es einem nicht so vorkommen mag,  die Digitalisierung steckt noch in den Kinderschuhen. Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Die digitale Transformation findet jedoch nicht von allein statt. Sie muss aktiv organisiert, gestaltet und vorangetrieben werden. Der Grad der Digitalisierung und die damit verbundene Wertschöpfung auf der Unternehmensebene lassen sich anhand eines Reifegradmodells sehr gut darstellen.

Die vier Stufen des Reifegrads der Digitalisierung

Anhand von vier Stufen lässt sich der Reifegrad der Digitalisierung von Unternehmen und Verwaltung im Hinblick auf die digitale Transformation grob abbilden. Hierbei wird zwischen Computerisierung (Stufen 1 und 2) und Digitalisierung (Stufen 3 und 4) unterschieden. Die Fähigkeit, die reale Welt in virtuellen Datenmodellen abzubilden und darauf aufbauend datenbasierte Geschäftsmodelle zu etablieren, ist ausschlaggebend dafür, welchen Reifegrad ein Unternehmen besitzt. Wesentliche Faktoren für die digitale Transformation sind beispielsweise die digitale Affinität der Menschen, der Grad der Nutzung des Internets und ihre Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Anwendungen. In einer bundesweiten Unternehmensbefragung, bei der 2.500 Unternehmen aus den Bereichen Industrie und industrienahe Dienstleistungen teilgenommen haben, ergab sich folgendes Bild[1]:

Digitalisierung Reifegrad
Abbildung 1: Digitalisierung Reifegrad (Quelle: Twin Economics in vbw, Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung 2017)

Digitalisierung auf der Prozessebene

10 Prozent der befragten Unternehmen im Bereich Industrie und industrienahe Dienstleistungen befinden sich laut genannter Studie noch immer auf Stufe 0 der Digitalisierung. Ganze 80 Prozent der restlichen Unternehmen bewegen sich immerhin auf den Stufen 1 und 2 (computerisiert), und 20 Prozent sind bereits auf den Stufen 3 und 4 angesiedelt (digitalisiert). Die höchste Stufe der autonomen Computerisierung wird nur von rund zwei Prozent der befragten Unternehmen heute schon erreicht.

Digitalisierung auf der Produktebene

Desweiteren ergab die Studie, dass der Umsatzanteil eines Produktes mit zunehmendem Reifegrad der Digitalisierung eines Unternehmens deutlich ansteigt. Unternehmen auf Stufe 3 und 4 erwirtschaften gut 42 Prozent ihrer Umsätze mit digitalen Leistungen. Dies ist deutlich mehr als doppelt so viel wie bei Unternehmen, die nur einen Reifegrad der Digitalisierung von Stufe 1 oder 2 vorweisen können.

ReifegradProzent aller UnternehmenDigitaler Umsatz im Verhältnis zum GesamtumsatzDigitale Wertschöpfung im Verhältnis der gesamten Wertschöpfung
1 unterstĂĽtzend computerisiert54,7 %11,8 %11,3 %
2 gestaltend computerisiert25,4 %17,0 %16,1 %
1+2      Computerisiert80,1 %13,0 %12,4 %
3 teilautonom digitalisiert17,9 %43,4 %39,4 %
4autonom digitalisiert2,0 %37,5 %31,6 %
3+4 Digitalisiert19,9 %42,3 %38,0 %
Gesamt100 %15,5 %14,6%
Abbildung 2: Stand der Digitalisierung der deutschen Unternehmen 2017 (Quelle: TwinEconomics in vbw 2017, Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung 2017)

Nach einer Prognose für die kommenden fünf Jahre befragt, erwarten die befragten Unternehmen eine Verdopplung der digitalen Umsatzanteile. Bereits heute wurden bei zwei Dritteln der befragten Unternehmen die mit Digitalisierungsmaßnahmen verfolgten Ziele vollständig erreicht oder sogar übertroffen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Mitarbeiterzuwachs sowie das Umsatzwachstum mit dem digitalen Reifegrad ansteigen.

Digitalisierte Unternehmen sind erfolgreicher

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[1] Quelle: TwinEconomics in vbw, Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung, Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft, Juni 2017

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Rolf Holicki

Ăśber den Autor:

Rolf Holicki, Director Business Unit E-Invoicing, SAP&Web Prozesse, ist verantwortlich für die SAP-/WEB-Applikationen. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrungen in den Bereichen E-Invoicing, SAP, Workflow und Geschäftsprozessautomatisierung. Rolf Holicki ist seit 2004 bei SEEBURGER.