✅ Wichtige neueste Änderungen NAV 3.0 Ungarn
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Ungarische Steuerbehörde NAV – wichtige Änderungen der XML-Version 3.0 zum 01.01.2021

| | Produktmanager SAP und Global E-Invoicing, SEEBURGER AG
Ungarische Steuerbehörde NAV - wichtige Änderungen der XML-Version 3.0 zum 01.01.2021

Am 1. Dezember, unerwartet kurz vor dem Inkrafttreten des NAV-Online-XML-Rechnungsschemas in der neuen Version 3.0, hat die ungarische Finanzbehörde neue, umfangreiche und verbindliche Änderungen fürs Real Time Invoice Reporting (RTIR) veröffentlicht.

Ungarn E-Rechnung Update: NAV-Änderungen mit Wirkung 2021

Nach Angaben von NAV sind diese neuen Änderungen teilweise auf die Bekanntmachungen des kürzlich verabschiedeten neuen Steuerpakets durch die ungarische Finanzbehörde zurückzuführen. Das neue Steuerpaket fällt unter das Mehrwertsteuergesetz, welches u. a. die Verpflichtung zur Bereitstellung von Daten und deren Inhalten festgelegt.

Auch aufgrund von Kommentaren und Hinweisen von Lösungsanbietern und Integrationspartnern wie SEEBURGER war eine Anpassung der verpflichtenden Version 3.0 zwingend erforderlich.

Falls ein Unternehmen bereits mit der Vorbereitung auf die 3.0-XML-Änderungen für 2021 begonnen hat, sollte es auf jeden Fall die neueste Version 3.0 vom Dezember 2020 überprüfen, da die aktuellen Änderungen alle Abrechnungsprogramme und Berichtsmodule betreffen.

Die Änderungen vom Dezember 2020 sind nicht als geringfügig zu verstehen, weshalb deren Umsetzung nicht unterschätzt werden sollte. Die Änderungen basieren natürlich auf der Vor-Dezember-Version 3.0, aber eine Nichtanpassung der Version 3.0 würde voraussichtlich zu einer fehlerhaften Übertragung an die NAV führen. Es besteht also Handlungsbedarf.

Haben Sie bereits auf die Version 3.0 vom Dezember gewechselt?

Werfen Sie einen Blick auf die folgenden wichtigsten technischen Änderungen:

  • Die wichtigste Änderung ist, dass das Kennzeichen für „private Daten“ in der vorherigen Version 3.0 XSD umbenannt wurde. In diesem Parameter muss der „Kundentyp“ angegeben werden, je nachdem, ob der Kunde der inländischen Mehrwertsteuer unterliegt oder eine Privatperson ist. Wenn der Kunde kein inländischer Steuerpflichtiger und keine Privatperson ist, sollte die Kategorie „egyéb“ gewählt werden, damit beispielsweise der ausländische Kunde dann in diese Kategorie fällt.
  • Für den Fall, dass der Kunde der inländischen Mehrwertsteuer unterliegt, erwartet die Steuerbehörde, dass die Steuernummer zur Verfügung gestellt wird. Ohne die Steuernummer wird sich die NAV weigern, die Daten zur Verfügung zu stellen.
  • Die Markierung für den Differenzbesteuerungsposten (Reisebüros, Gebrauchtwaren, Kunstwerke, Sammlerstücke und Antiquitäten) wird in den Knoten „Steuersatz und Steuerbefreiung“ verschoben. Das Steuerfeld „False / True“, das auf der Differenz zwischen der vorherigen Quellensteuer und der Nicht-Quellensteuer basiert, wird somit gestrichen.
  • Ein separates Feld zeigt an, dass nach § 17 des Mehrwertsteuergesetzes keine Steuer erhoben wurde, wie z. B. Sachleistungen, die sich am Knotenpunkt zur Angabe des Steuersatzes und der Steuerbefreiung befinden.
  • Ein sogenannter „UNBEKANNTER“ Wert wurde für folgenden Fall eingeführt: Korrektur einer Rechnung, die im Rahmen eines früheren Online-Rechnungsschemas NAV (1.0; 1.1; 2.0) gemeldet wurde und die auch einen steuerfreien Posten enthält. Dieser Wert gilt für Steuerbefreiungszwecke und kann nur für Änderungs- und Stornierungsrechnungen verwendet werden.
  • Gemäß der ab Januar nächsten Jahres geltenden Fassung des Mehrwertsteuergesetzes muss der Wechselkurs bei der Bereitstellung der Online-Rechnungsdaten an die NAV, also der reale Wechselkurs, in jedem Fall angegeben werden. Dies bedeutet, dass der bisher technisch denkbare „Null-Forint-Wechselkurs“ nicht mehr verwendet werden kann.

Alles Weitere zu den gesetzlichen Anforderungen an die Umsatzsteuermeldung in Ungarn finden Sie in unserem Blogbeitrag vom 16. Oktober 2020.

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Andreas Killinger

Ein Beitrag von:

Andreas Killinger ist seit 2014 als Produktmanager bei der SEEBURGER AG für Software-Applikationen und -Services für den elektronischen Geschäftsdatenaustausch zuständig. Seine Schwerpunkte liegen auf Lösungen in SAP sowie der elektronischen Rechnung (E-Invoicing) für international agierende Kunden. Nach seiner Ausbildung als Industriemechaniker und seinem Studium der Rechts- und Verwaltungswissenschaften absolvierte er Berufsstationen im öffentlichen Dienst und war von 1999 bis 2013 als SAP Senior Consultant und SAP-Projektleiter für IBM in internationalen SAP Projekten tätig. In Berlin geboren, lebt Andreas bereits seit seiner Kindheit im Schwarzwald, den er mit Mountain-Biking und Skifahren zu jeder Jahreszeit genießt. Den Rhein und die vielen Seen in der Umgebung erkundet er am liebsten mit seiner Yacht. Er lebt mit seiner Familie und seinem Hund auf einem alten Landgasthof aus dem Jahre 1749, den er seit ein paar Jahren in Eigenregie liebevoll ausbaut.