? Mit der richtigen Strategie zur digitalen Reife
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SEEOcta: Strategie – der Weg zur digitalen Reife

| | Director Business Unit E-Invoicing/SAP&Web Prozesse, SEEBURGER AG
SEEOcta: Strategie

Strategie ist nicht immer gleich Strategie. Befindet sich eine Organisation auf dem Weg zur digitalen Reife, müssen Unternehmensstrategie, Digitalstrategie, Digitalisierungsstrategie und IT-Strategie gut aufeinander abgestimmt sein. Erfahren Sie in diesem Beitrag unserer SEEOcta -Reihe, wie alle vier Strategien voneinander abhängen und worauf es ankommt, wenn eine Organisation auf dem Weg zur digitalen Reife ist. Dabei lernen Sie die Optimierungsfalle kennen und erhalten Anregungen, wie Sie diese umgehen können.

Die SEEOcta-Blog-Serie beleuchtet alle Bereiche, die bei der Planung von Digitalisierungs- und Integrationsvorhaben in Unternehmen zum Tragen kommen. Diese Impulse bilden eine Grundlage und einen Leitfaden für Ihre Projektplanung und helfen Ihnen sicherzustellen, dass Sie alle Aspekte bei der Einführung eines IT-Projektes berücksichtigen.

Vier Strategien für ein Ziel

Digitale Reife und digitale Transformation – diese viel bemühten Schlagworte spielen bei der Zieldefinition in nahezu jedem Unternehmen, jeder Organisation, egal ob Einzelunternehmer oder Großkonzern, eine Rolle. Schon allein die Internetfähigkeit und die Möglichkeit, beispielsweise Rechnungen auf elektronischem Wege auszutauschen, sind Teil der digitalen Reife und betreffen auch die kleinsten Unternehmen. Kunden- und Produktdaten effizient zu managen, Maschinen und Produktionsprozesse zu verwalten, Daten zu aggregieren, Informationen aus ihnen zu generieren und diese in lukrative Geschäftsmodelle umzuwandeln stellen Chancen dar. Um all diese Chancen der digitalen Transformation zu erkennen und wahrnehmen zu können, bedarf es wohl überlegter Strategien, die alle ineinandergreifen, um ein Ziel zu erreichen: die Sicherung des wirtschaftlichen Erfolgs und der Überlebensfähigkeit eines Unternehmens. Wie hängen Unternehmensstrategie, die Digital- und Digitalisierungsstrategie und die IT-Strategie zusammen und wie unterscheiden sie sich? Sehen wir uns eine Strategie nach der anderen kurz an:

Unternehmensstrategie und Digitalstrategie

Die Unternehmensstrategie ist Teil des Businessplans. Sie legt langfristig fest, wie Unternehmensziele erreicht und der wirtschaftliche Erfolg gesichert werden sollen. Die Digitalstrategie ist Teil der Unternehmensstrategie. Sie definiert die erforderlichen Verhaltensweisen und Maßnahmen, mit denen unternehmerische Ziele in digitalen Märkten erreicht werden können. Die Digitalstrategie zeigt auf, wie ein existierendes Geschäftsmodell in ein digitales Geschäftsmodell transformiert werden kann, damit ein Unternehmen auch in digitalen Märkten wachsen und Wettbewerbsvorteile erzielen kann. Die Digitalstrategie soll Antworten liefern, wie mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung umgegangen werden soll.

Wandel vom traditionellen in ein digitales Geschäftsmodell

Abbildung 1: Wandel vom traditionellen in ein digitales Geschäftsmodell (in Anlehnung an: https://digitaleneuordnung.de/blog/digitalstrategie-entwickeln/)

Ein ganz wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Digital- und Unternehmensstrategie ist der Geltungsbereich. Die Digitalstrategie fokussiert sich auf die Technologie, nicht auf die Unternehmenskultur. Sie nutzt die Technologie, um Geschäftsmodelle zu verändern. Durch die Nutzung moderner Technologien werden die Unternehmensbereiche in die Lage versetzt, die digitale Transformation voranzutreiben. Dieser Prozess betrifft vor allem die

  1. Kundenerlebnisse (Customer Experience),
  2. operative Prozesse und
  3. Geschäftsmodelle.

Aber aufgepasst! Dabei ist die Digitalstrategie wiederum nicht mit der IT-Strategie gleichzusetzen.

Digitalstrategie und IT-Strategie

Die Digitalstrategie soll das Potenzial in einem Unternehmen aufdecken und nutzbar machen, um digitale Geschäftsmodelle zu etablieren. Hierfür ist moderne Technologie erforderlich.

Die IT-Strategie ist darauf ausgerichtet, die Technologie so transformieren und zu modernisieren, dass sie die Digitalstrategie optimal unterstützt.

Die Digitalstrategie basiert auf einer optimal auf sie ausgerichteten IT-Strategie. Beide dienen dazu, die in der Unternehmensstrategie festgelegten Ziele zu erreichen.

Die digitale Transformation eines Unternehmens ist erst möglich, wenn IT-Strategie und Digitalstrategie Hand in Hand gehen.

Digitalisierungsstrategie – Als Basis für eine gute Digitalstrategie funktioniert sie nur mit einer guten IT-Strategie

Um die Verwirrung komplett zu machen, basiert eine Digitalstrategie häufig auf einer umfassenden Digitalisierungsstrategie, die wiederum im Zuge einer weitreichenden IT-Strategie geplant und umgesetzt werden muss. Die Digitalisierungsstrategie legt fest, wie analoge Daten in digitale Daten umgewandelt werden können, um einerseits Arbeitsprozesse effizienter und transparenter zu gestalten, und um andererseits überhaupt erst einmal digitale Daten für die Weiterverwendung im Zuge einer Digitalstrategie verfügbar zu machen. Beispiele hierfür sind OCR-Lösungen oder der digitale Posteingang.

Mit der Digitalstrategie zur digitalen Reife

Das Ziel einer Digitalstrategie ist es, die digitale Transformation in einem Unternehmen voranzutreiben und hierdurch Verbesserungspotenzial zu nutzen bzw. herbeizuführen und digitale Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Man kann dies zunächst durch Optimierung bestehender Prozesse und Strukturen erreichen. Es hat sich allerdings gezeigt, dass das Optimierungspotenzial jeglicher Prozesse und Strukturen früher oder später einen Punkt erreicht, an dem bei gleichem Einsatz von Ressourcen keine weitere Steigerung der Optimierung mehr erreicht werden kann. Damit also ab diesem Punkt der Optimierungsgrad noch weiter erhöht werden kann, müssen immer mehr Ressourcen eingesetzt werden, bis irgendwann die aufgewendeten Kosten den erzielten Gewinn übersteigen. Hier schnappt die Optimierungsfalle zu. Wie kann man ihr entkommen? Man muss es wagen, an Neustrukturierung zu denken. Dies setzt jedoch zunächst einmal ganz grundlegende Offenheit voraus:

  • Denkmuster in Frage stellen
    Steuert ein Unternehmen auf die Optimierungsfalle zu, ist es Zeit, die bisherigen Denkmuster an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Dies ist jedoch leichter gesagt als getan, schließlich haben sich diese doch in der Vergangenheit bewährt und zum Erfolg geführt. Eingefahrene Denkweisen stehen einer Weiterentwicklung des Optimierungsprozesses in Form einer Neustrukturierung von Prozessen häufig im Wege. Doch dies führt gleich zum nächsten Punkt:
  • Risikobereitschaft fördern
    Eine Neustrukturierung erfordert Risikobereitschaft denn es gilt, bestehend Routinen zu durchbrechen, um der Optimierungsfalle zu entkommen. Wenn der gesteigerte Einsatz bekannter Ressourcen nicht mehr weiterhilft, sind Spielräume wichtig, in denen ausprobiert werden darf. Wenn nicht an diesem Punkt, wann dann ist die Chance, mit neuen Ideen Erfolg zu haben, größer?

Bei aller Euphorie und allem Enthusiasmus über die Chance, mit alten Mustern zu brechen, sind jedoch jetzt gerade Reflexion und überlegtes Handeln angesagt. Ein Paradigmenwechsel ist ein Vorgang, der abteilungsübergreifend vorbereitet werden muss. In unserem SEEOcta Beitrag Change Management gehen wir hierauf näher ein.

Eine gute Digitalstrategie zu entwickeln ist einer der wichtigsten Schritte, um die Chancen und Möglichkeiten digitaler Prozesse und Geschäftsmodelle erfolgreich umsetzen und nutzen zu können. Die Digitalstrategie eines Unternehmens konsolidiert die Bedürfnisse der Menschen, die Organisationsziele und die technologischen Möglichkeiten. Sie ist damit ein wichtiger Schritt hin zur digitalen Reife einer Organisation.

Der Prozess der digitalen Transformation erfordert es, die Prozesse in der gesamten Organisation zu koordinieren und verändert hierbei die Unternehmenskultur in größerem Umfang. Daher sollten immer alle acht Sichten des SEEOcta Modells berücksichtigt werden.

Dieser Beitrag ist Teil der SEEOcta-Reihe. In der Blog-Kategorie „SEEOcta“ finden Sie alle gesammelten Beiträge dieser Serie rund um die Einführung eines neuen IT-Projektes.

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Rolf Holicki

Ein Beitrag von:

Rolf Holicki, Director Business Unit E-Invoicing, SAP&Web Prozesse, ist verantwortlich für die SAP-/WEB-Applikationen. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrungen in den Bereichen E-Invoicing, SAP, Workflow und Geschäftsprozessautomatisierung. Rolf Holicki ist seit 2005 bei SEEBURGER.