Digitalisierung entlang der Wertschöpfungsketten
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Mit Datenlogistik wird die Wertschöpfungskette optimiert

| | Produktmanager Software-Applikationen/-Services elektronischer Geschäftsdatenaustausch, SEEBURGER
Die digitale Wertschöpfungskette wird mit Datenlogistik optimiert

Damit Unternehmen am Markt bestehen, müssen sie ihre vertikalen und horizontalen Wertschöpfungsketten digitalisieren. Dies hat auch die COVID-19-Pandemie neben vielen anderen Dingen klar gezeigt. Alle zwei Jahre verdeutlicht der Digital Transformation Index die Entwicklungen der Digitalisierung. Erfahren Sie in unserem Blogartikel, wie Sie aktuelle Digitalisierungs-Hindernisse in Ihren Wertschöpfungsketten aus dem Weg räumen können und welche Vorteile Ihnen daraus entstehen.

In Zeiten digitaler Transformation, fortschreitender Globalisierung und demografischen Wandels steht die Wirtschaft vor großen Herausforderungen. Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten, führt kein Weg daran vorbei, die Wertschöpfungskette beziehungsweise das Wertschöpfungsnetzwerk ins Zentrum der Digitalisierungsbestrebungen zu stellen.

Auch wenn die Digitalisierung sicherlich neue Risiken für Unternehmen mit sich bringt, so überwiegen die Chancen doch bei weitem. Kunden wünschen sich beispielsweise bereits heute individuelle Produkte zu niedrigen Preisen und bei bester Qualität, die in kürzester Zeit verfügbar sind.[1] Der Trend zur Individualisierung nimmt stetig zu und damit auch die individuellen Lösungen. Endkunden erwarten persönlich auf sie zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen.

Horizontale versus vertikale Wertschöpfungsketten

Gerade die Individualisierung hat einen erheblichen Einfluss auf die vertikale wie auch horizontale Digitalisierung der Wertschöpfungskette eines Unternehmens:

Horizontale und vertikale Wertschöpfungsketten
Abbildung 1: Horizontale und vertikale Wertschöpfungsketten

Bei der Digitalisierung der horizontalen Wertschöpfungskette werden der Informations- und der Warenfluss vom Kunden über das eigene Unternehmen bis zum Lieferanten und zurück integriert und optimiert. Dabei werden die Unternehmensbereiche wie zum Beispiel Einkauf, Produktion, Logistik, Planung sowie jegliche externen Wertschöpfungspartner, die die Kundenbedürfnisse erfüllen können, miteinander verbunden und vorausschauend gesteuert.

Die vertikale Digitalisierung hingegen soll den durchgängigen Informations- und Datenfluss vom Vertrieb über die Produktentwicklung bis hin zu Produktion und Logistik sicherstellen. Mittels dieser optimalen Vernetzung von Produktionssystemen und der Vermeidung von System- und Medienbrüchen können Qualität und Flexibilität gesteigert und Kosten reduziert werden.

Der Stand heute

Führende Industrieunternehmen haben ihre Funktionen entlang der vertikalen Wertschöpfungskette bereits heute digitalisiert und vernetzt. Diese beinhalten unter anderem den digitalen Bestellprozess, kundenindividuelle Produktentwicklungen, den automatisierten Produktdatentransfer in eine vernetzte Planung und Fertigung, bis zum integrierten Kundenservice. Weiterhin haben die Industrieunternehmen die horizontale Integration von Bestands- und Planungsdaten mit Zulieferern, Kunden und anderen Wertschöpfungspartnern durchgeführt.

Diese notwendigen und umfangreichen Digitalisierungsbestrebungen in der horizontalen und vertikalen Wertschöpfungskette, bis hin zur Disruption der bisherigen Geschäftsmodelle, führen in allen Unternehmensbereichen zu massiven Veränderungen. Bei einer vollständigen Umwandlung bestehender Prozesse und Geschäftsmodelle wird in der Praxis nicht mehr von Digitalisierung, sondern von digitaler Transformation gesprochen.

Der Digital Transformation Index

Aus den Ergebnissen einer Studie von DELL Technologies, die alle zwei Jahre den sogenannten Digital Transformation Index erhebt, lässt sich schließen, dass deutsche Unternehmen die Notwendigkeit der vollständigen Umwandlung bestehender Prozesse und Geschäftsmodelle (digitaler Transformation) generell verstanden, aber nur sehr wenige diese in ihrer Unternehmenskultur fest verankert haben.

Um die Entwicklung der digitalen Transformation besser vergleichen zu können, wurden die befragten Unternehmen für den Digital Transformation Index in folgende fünf Kategorien eingeteilt:

  1. Digitale Nachzügler (Digital Laggards) sind Unternehmen mit der am wenigsten ausgereiften Transformationsstrategie. Sie haben keinen digitalen Plan und wissen auch nicht genau, wie sie in die digitale Transformation investieren sollen.
  2. Digitale Mitläufer (Digital Followers) sind die zweitschwächste Gruppe bezogen auf das Transformationsgeschehen. Sie investieren in einzelne digitale Projekte und sind zaghaft bei zukünftigen Investitionen.
  3. Digitale Begutachter (Digital Evaluators) stehen in der Mitte des Spektrums. Sie arbeiten stetig daran, digitale Transformation in ihrem Unternehmen voranzubringen, sind aber in der Praxis noch nicht vollkommen ausgereift.
  4. Digitale Umsetzer (Digital Adopters) werden die zweitstärksten Unternehmen genannt. Wie der Name bereits sagt, besitzt diese Gruppe einen ausgereiften Transformationsplan, der innerhalb ihres Unternehmens auf allen Ebenen adaptiert wird.
  5. Digitale Vorreiter (Digital Leaders) sind die Unternehmen, die die digitale Transformation auf allen Ebenen verinnerlicht haben. Die digitale Transformation ist Teil ihrer Unternehmens-DNA geworden.

Wie die Verteilung im Jahr 2020 in Deutschland und weltweit ausgefallen ist, zeigen folgende Abbildungen:

Der Digital Transformation Index für Deutschland
Abbildung 2: Der Digital Transformation Index für Deutschland[2]
Der Digital Transformation Index weltweit
Abbildung 3: Der Digital Transformation Index weltweit[2]
Abbildung 2 und 3 zeigen deutlich, dass deutsche Unternehmen vor allem in den Kategorien „Digital Evaluators“ und „Digital Adopters“ vertreten sind. 38 Prozent der deutschen Unternehmen besitzen somit eine Transformationsstrategie und versuchen, diese stetig voranzubringen. Weiterhin zeigt sich, dass der Anteil der „Digital Laggards“ in Deutschland mit fünf Prozent minimal höher ist als im weltweiten Durchschnitt. In den Bereichen „Digital Followers“ und „Digital Leaders“ liegt Deutschland mit 13 Prozent und 6 Prozent genau im weltweiten Durchschnitt.

Derzeitige Hindernisse der digitalen Transformation

Die COVID-19-Pandemie hat den digitalen Wandel in Unternehmen weltweit beschleunigt. 94% der Unternehmen erkennen jedoch weiterhin Hindernisse und Herausforderungen. Die drei größten Probleme in Europa verglichen mit Deutschland sind gemäß dem Digital Transformation Index 2020 die folgenden:

  • Fehlende Budgets und Ressourcen
    (Europa: 29 %, Deutschland: 28 %)
  • Datenflut und Probleme, Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen
    (Europa: 28 %, Deutschland: 34 %)
  • Datenschutz- und Cybersecurity-Bedenken
    (Europa: 27 %, Deutschland: 31 %)

Doch gerade diese Probleme und Ängste in Bezug auf Daten müssen überwunden werden, damit das Beste aus Unternehmensdaten im digitalen Zeitalter herausgeholt werden kann.

Aus Daten Gold machen

Daten tragen im Besonderen dazu bei, betriebliche Abläufe zu optimieren: Unternehmen erkennen mithilfe der Daten neue Marktchancen und können individuelle Kundenwünsche erfüllen. Täglich werden die unterschiedlichsten Daten gesammelt: allgemeine Geschäftsdaten, Logs, Sensordaten, Transaktionsdaten oder Daten aus sozialen Netzwerken. Um aus dieser großen Menge an Daten relevante Schlüsse zu ziehen, müssen die Daten richtig verwaltet, aggregiert und analysiert werden. Die unternehmensinterne und -externe Daten- und Informationslogistik sowie die Auswertung der Daten sind ein Schlüsselfunktionen des zielgenauen Marketings, um individualisierte Kundenansprachen oder die Erschließung neuer Geschäftsfelder zu ermöglichen. Nicht zuletzt durch Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Blockchain, das Internet der Dinge, Cloud Computing oder Machine Learning werden Daten zum wichtigsten Gut für Unternehmen. Sie sind das neue Gold.

Ihre Vorteile in der Nutzung von Unternehmensdaten

Wenn Unternehmen ihre Daten nicht einfach ungenutzt liegen lassen, sondern aus ihnen Gold schürfen, bieten sich eine Vielzahl von Vorteilen und Chancen:

  • Steigerung des Umsatzes
  • Effizientere Arbeitsprozesse
  • Verringerung der Betriebskosten
  • Mehr Innovationen
  • Aufdeckung der Optimierungspotenziale in der Produktion
  • Bessere Vernetzung im Unternehmen
  • Verbesserte Lieferanten- und Kundenintegration
  • Bessere Möglichkeiten zur Ferndiagnose und -wartung
  • Bessere Problemidentifizierung und -lösung
  • Reduzierung wiederkehrender Fehler
  • Experten zusammenbringen und an der richtigen Stelle in der Wertschöpfungskette einsetzen
  • Zielgerichtete, abteilungsübergreifende Zusammenarbeit
  • Reduzierung von unternehmensinternen Silodenken
  • Flexibles und mobiles Arbeiten von überall
  • Schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeiter
  • Zielgerichtete Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Kunden und Mitarbeiter besser verstehen
  • Höhere Kundenzufriedenheit und Kundenbindung
  • Höhere Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung

Profitieren Sie von diesen Vorteilen und nutzen Sie die Daten, die Sie in Ihrer Datenlogistik schon immer bekommen haben. Dies ist ein erster, aber essentieller Schritt Richtung Digitalisierung entlang der Wertschöpfungsketten!

Mit den SEEBURGER-Lösungen können Sie durchgängige Datenlogistik entlang der Wertschöpfungsketten realisieren, um innovative Geschäftsmodelle auf Basis digitalisierter Prozesse zwischen den verschiedenen Marktteilnehmern zu ermöglichen. So können Sie alle Vorteile der Digitalisierung nutzen.


[1] Vgl. Nutzen sie Digitalisierungspotentiale über ihre Wertschöpfungskette…! – Business2Service (abgerufen am 07.10.2021).

[2] Vgl. Digital Transformation Index | Dell Technologies US (abgerufen am 08.10.2021).

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Rolf Wessel

Ein Beitrag von:

Rolf Wessel ist seit 2010 Produktmanager bei der SEEBURGER AG für Software-Applikationen und -Services für den elektronischen Geschäftsdatenaustausch. Seine Schwerpunkte liegen auf Lösungen für SAP, der elektronischen Rechnung (E-Invoicing) und Innovationen für die Digitalisierung fachlicher sowie technischer Geschäftsprozesse. Das Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) hat Rolf Wessel als Experten berufen. Als Projektleiter bei der United Nations Centre for Trade Facilitation and Electronic Business (UN/CEFACT) erarbeitet er internationale Handelserleichterungen und etabliert Standards für elektronische Geschäftsprozesse. Weiterhin vertritt er die deutsche Delegation des FeRD beim deutsch-französischen Workshop mit dem Forum National de la Facture Electronique (FNFE) und unterstützt damit die Regierungsinitiative zur internationalen Standardisierung und Harmonisierung von E-Invoicing-Prozessen. Er ist Mitarbeiter im Arbeitsgremium "Elektronisches Geschäftswesen" beim Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) und Verband elektronische Rechnung (VeR). Rolf Wessel ist Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft und Produktionsplanung. Nach Berufsstationen in der Elektro-, Finanz-, Konsumgüter-, Software- und Mineralölindustrie war er von 2003 bis 2010 Systemanalytiker und IT-Projektleiter im Handels- und Logistikumfeld.