Integrationsplattformen als Middleware
B2B - Business Integration

Die SEEBURGER Integrationsplattform als Middleware für die Industrie 4.0

| | Director Business Unit E-Invoicing/SAP&Web Prozesse, SEEBURGER
Systeme auf Integrationsplattformen verbinden

Die Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0 fordern von Unternehmen in höchstem Maße Flexibilität und Agilität. Nur wenn Unternehmen und damit auch ihre IT-Systeme schnell, kosteneffizient und kundenorientiert arbeiten, können sie die Herausforderungen des digitalen Zeitalters meistern und sich am Markt einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Eine Integrationsplattform als Middleware-Lösung hilft, die Komplexität der Anbindungen verschiedener Systeme und Applikationen aus dem eigenen Unternehmen sowie mit externen Anwendungen und Geschäftspartnern einfach und sicher zu meistern.

Flexibilität und Agilität bei der Entwicklung und dem Einsatz von IT-Systemen werden für Unternehmen zunehmend wichtiger. Sie müssen in der Lage sein, den Kundenwünschen immer schneller und kosteneffizienter zu entsprechen. Hierzu ist ein Höchstmaß an Kundenorientierung, kürzere Time-to-Market-Zyklen und eine digitale Infrastruktur erforderlich, die all diese Anforderungen bedienen kann. Traditionelle, monolithische IT-Lösungen können diesem Anspruch nicht mehr gerecht werden. Für moderne IT-Systemlandschaften ist die Fähigkeit zur Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette eine Grundvoraussetzung.

Integrationslandschaften – wie bringt man Struktur ins Chaos?

In der heutigen Praxis finden sich in den Unternehmen üblicherweise mehrere isolierte IT-Systeme, die sich in der Cloud und/oder On-Premises befinden. Die Integration all der unterschiedlichen IT-Technologien stellt eine der größten Herausforderungen für die Umsetzung von Industrie 4.0-Szenarien dar. Der digitale Flickenteppich führt häufig zu Datenverlust, fragmentierten Informationen und Fehlausrichtungen.

Moderne Geschäftsprozesse müssen von der IT ganzheitlich und vor allen Dingen ohne Systembrüche unterstützt werden. Hierfür ist die Fähigkeit unerlässlich, bestehende, neue und auch zukünftige Applikationen nahtlos integrieren zu können. Die bisherige Strategie, bidirektionale Schnittstellen zwischen den einzelnen IT-Systemen zu entwickeln und diese stets aktuell zu halten, ist infolge der zunehmenden Heterogenität und der sich immer schneller ändernden Systemlandschaften nicht mehr zielführend.

Nur wenn die Datenlogistik ungehindert entlang der Wertschöpfungskette wirken kann, können Geschäftsprozesse effizient und kundenorientiert automatisiert werden. Für die Umsetzung bedarf es einer Integrationsplattform mit standardisierten Integrationsbausteinen, die in der heterogenen IT-Systemlandschaft unterschiedlichste Systeme und Anwendungen nahtlos miteinander verbindet.

Die Lösung: Integrationsplattformen – auch Middleware genannt

Offene Schnittstellen der Integrationsplattformen ermöglichen eine schnelle, einfache und flexible System- und Anwendungsintegration entlang der Wertschöpfungskette. Vereinfacht ausgedrückt dienen Integrationsplattformen nicht nur als zentraler „Datenjongleur“, sondern auch als „Datentransformator“, entsprechend der Anforderungen des Zielsystems. Integrationsplattformen fungieren als eine Art „Kleber, der Interaktionen zwischen verschiedenen IT-Systemen ermöglicht.

Um diesen Anforderungen zu genügen, gibt es sogenannte Integrationsplattformen oder Middleware-Lösungen, die in der folgenden Grafik veranschaulicht sind:

Die Middleware als Poststelle zwischen verschiedenen Systemen
Abbildung 1: Die Middleware als Poststelle zwischen verschiedenen Systemen[1]
Eine Middleware agiert also wie eine Art „Poststelle“: Die IT-Systeme sind nicht mehr durch unzählige bidirektionale Schnittstellen zwischen einzelnen Anwendungen verbunden, sondern nur noch über diese Middleware. Diese wiederum verteilt dann die Daten einer oder mehrerer Anwendungen auf andere. Daten und Services werden von der Middleware also zentral für die IT-Systeme bereitgestellt. Wartung und Monitoring aller Programme finden zentral auf dieser Plattform statt.

Die Einsatzmöglichkeiten von Integrationsplattformen

Die Einsatzgebiete einer Integrationsplattform in Industrie 4.0-Szenarien und darüber hinaus:

  • Integrationsplattformen für die Supply Chain Integration
    Die Digitalisierung der Supply Chain schreitet weiter voran. Dies erfordert digitale Schnittstellen, die eine Echtzeit-Kommunikation zu den Handelspartnern ermöglichen. Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferavise auf Packstückebene, Track-and-Trace des Lieferstatus etc. werden nicht wie bisher per Post, Fax beziehungsweise E-Mail, sondern elektronisch, über die Middleware, übertragen. Die elektronische Anbindung der Lieferanten durch eine Integrationsplattform schafft unter anderem folgende Vorteile:
    • Volle Transparenz durch End-to-End-Monitoring aller übertragenen Nachrichten wie beispielsweise Bestellungen, Lieferscheine und Rechnungen
    • Effiziente Fehlerreduzierung durch standardisierte Kommunikation
    • Sofortige Identifikation von Unterbrechungen, Verzögerungen und anderen Störfaktoren in der Lieferkette durch Echtzeitinformationen, dadurch schnelle Einleitung von Gegenmaßnahmen

Diese enge Verzahnung der Lieferanten über die Middleware ermöglicht den Abnehmern die Kommunikation detaillierter Prognosen über den erwarteten Bedarf an die Vorlieferanten. Produkte werden in modernen Supply-Chain-Ketten nicht mehr von den Produzenten geschoben (push)“, sondern von den Abnehmern gezogen (pull)“. Die Produktion wird also im Vorfeld durch die Nachfrage am Markt bestimmt.

  • Integrationsplattformen für die Orchestrierung von Just-in-time- und Just-in-sequence-Produktionen
    JIT- (Just-in-time) und JIS- (Just-in-sequence) Produktionen lassen sich nur durch diese enge Verzahnung mit den Lieferanten umsetzen. Hierbei müssen zwischen Produzenten und Lieferanten stetig Protokolle über den aktuellen Produktionsstand ausgetauscht werden, damit keine falschen Teile geliefert werden, was zu umständlichen Nacharbeiten führen würde. Die Umstellung auf JIT und JIS stellt sicher, dass nur das tatsächlich zur Erfüllung der Kundenaufträge benötigte Material in der erforderlichen Stückzahl, zum relevanten Zeitpunkt produziert und geliefert wird. JIT, auch bedarfssynchrone Produktion genannt, erfordert einen abgestimmten Produktions- und Materialfluss entlang der Lieferkette. Bei der JIS-Belieferung wird zusätzlich das Material in der Reihenfolge und Terminabfolge der Endmontage bestellt und geliefert.
  • Integrationsplattformen in der Logistik
    Der Hauptfokus von Logistik, Transport, Umschlag, Lagerung und Dokumentation hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht grundlegend geändert. Neu sind allerdings die Herausforderungen, diese Prozesse gemäß Industrie-4.0-Konzepten zu digitalisieren und effizienter zu gestalten. Kunden wollen heute jederzeit und von überall auf einen Warenbestand zugreifen und über die Verfügbarkeit der Ware informiert werden. Geschwindigkeit, Flexibilität, Präzision sowie Verfügbarkeit sind in der Logistik somit entscheidende Wettbewerbsfaktoren geworden. Der Mindestanspruch ist die Transparenz in jedem einzelnen Prozessschritt. Eine Vernetzung zwischen operativem Geschäft und Lager ist somit zwingend erforderlich. Eine informationsgetriebene und intelligente Logistik ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von Industrie 4.0. Sie nimmt Einfluss auf die

    • Lieferfähigkeit,
    • Liefertreue,
    • Finanzkraft,
    • Anpassungsfähigkeit,
    • Reaktionszeiten,
    • Prozessqualität sowie
    • technische Qualität.[2]

Die fortschreitende Vernetzung und Integration der logistischen Prozesse sowie der dezentralen Echtzeitsteuerung logistischer Netzwerke inner- und außerhalb von Produktionsanlagen oder Handelsunternehmen ist ohne eine leistungsfähige Middleware kaum realisierbar.

  • Integrationsplattformen für die Umsetzung von Smart Services
    In Ergänzung zum klassischen Geschäftsmodell des Maschinen- oder Anlagenverkaufs stellen Smart Services eine ergänzende oder ersetzende margenstarke Einnahmequelle für Unternehmen dar. So ermöglichen Smart Services unter anderem:
    • Verkauf von Produktfunktionalitäten als Dienstleistung
      Druckerhersteller beispielsweise verkaufen nicht nur ihre Geräte mit Zubehör, sondern machen zusätzlich Geschäfte mit Druckaufträgen (Print as a Service). Solche Dienstleistungen sind besonders im 3D-Druckbereich üblich.
    • Predictive Maintenance
      Einige Produzenten bieten ihren Kunden beispielsweise Optimierungen, Echtzeitüberwachungen oder Wartungsdienste an. Durch die maschinengesammelten Betriebsdaten sind genauste Prognosen zu Risiken, potentiellen Wartungen oder Ausfällenmöglich.
    • Equipment as a Service
      Perspektivisch eröffnen digitale Services eine verbrauchsorientieren Abrechnung (Pay-Per-Use). Die Maschine wird vom Kunden nicht mehr gekauft. Er bezahlt den Betrieb, beispielsweise nach Stunden oder produzierten Einheiten.

Indem Produkte smart und servicefähig sind und Smart Services via Internetverbindungen angeboten werden können, sichern sich Maschinen- und Anlagenbauer ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die durchgängige Vernetzung von Smart Services gewinnt durch IoT-fähige Integrationsplattformen immer mehr an Bedeutung. Sie bilden die notwendige Grundlage, Smart Services in heterogenen IT-Landschaften mit den Bestandssystemen zu vernetzen.

  • Integrationsplattformen in einer Smart Factory
    Eine Smart Factory – intelligente Fabrik – steht für eine intelligente, vernetzte, automatisierte und digitalisierte Produktion. Durch Middleware werden die technischen Voraussetzungen für eine sich selbst organisierende Produktionsumgebung geschaffen, in der der Mensch vor allem kontrolliert und überwacht, aber an immer weniger Stellen direkt am Produktionsprozess beteiligt ist. RFID, Industrieroboter, fahrerlose Transportsysteme, moderne Lager- und Fördertechnik oder Drohnen werden miteinander verknüpft. Die Integrationsplattform verbindet nicht nur alle modernen Systeme, sondern sie integriert auch ältere Anlagen, die nicht über adäquate Schnittstellen verfügen. Die vertikale und horizontale Integration aller beteiligten (IT-) Systeme und damit deren hierüber abgebildeten Prozesse (also auch Maschinen und Anlagen) stellt eine der wesentlichen Aufgaben der Middleware dar.
  • Multinationale Nutzung einer Integrationsplattform
    Global aufgestellte Unternehmen verfügen meist über mehrere ERP-Systeme, die, für sich genommen, über eigene Stammdaten verfügen. Die Konsolidierung der Stammdaten und die Sicherstellung eines globalen durchgängigen Daten- und Belegaustausches zwischen den einzelnen Standorten kann durch den Einsatz einer Integrationsplattform umgesetzt werden.
  • Integrationsplattformen im E-Commerce
    Unternehmen kommen kaum der immer schnelleren Entwicklung des E-Commerce hinterher: neue Software, neue Marktplätze, neue Verkaufskanäle. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, flexibel und schnell auf Marktveränderungen zu reagieren und Kunden ein konsistentes Einkaufserlebnis über verschiedene Kanäle hinweg zu ermöglichen: vom Webshop über Online-Marktplätze und Mobilgeräte bis hin zum Ladengeschäft. Damit Daten im E-Commerce problemlos zwischen Unternehmen und Kunden übermittelt werden, sind leistungsstarke Schnittstellen nötig. Eine Middleware, die als Datendrehscheibe zwischen verschiedenen ERP- oder Warenwirtschaftssystemen und einer Handelsplattform fungiert, sollte für einen optimalen Datenaustausch genutzt werden. Besonders im Ersatzteilmarkt ist die vollautomatische Massendatenverarbeitung von großer Bedeutung. Nur durch diese können mehrere hunderttausend Artikel vollständig und richtig auf der Plattform dargestellt werden.

Sie sehen: Eine Integrationsplattform, oft auch Middleware genannt, ist für viele Bereiche eine zukunftsfähige, flexible und sichere Lösung.

Schaffen Sie sich Wettbewerbsvorteile

An den Einsatzbeispielen für eine Middleware lassen sich die Wettbewerbsvorteile der Datenintegration gut erkennen. Unternehmen müssen, gerade in Hinblick auf Industrie 4.0, heutzutage in der Lage sein, riesige und komplexe Datenmengen so schnell und so präzise wie nie zuvor zu nutzen. Hierfür ist es erforderlich, dass sie ihre vorhandene On-Premises-Infrastruktur durch Technologien, Lösungen und Anwendungen aus der Cloud ergänzen. Dadurch wird die IT-Landschaft rasch äußerst komplex und es wird immer schwieriger, zuverlässige, verwertbare Daten genau dann zur Verfügung zu stellen, wenn das Unternehmen sie benötigt. Mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Beratung, Konzeption und Umsetzung können Sie schnell eine vollständige Automatisierung der Geschäftsprozesse und Integration der Geschäftspartner realisieren.

Wie SEEBURGER Sie dabei unterstützt

Mit einer über 35-jährigen Expertise vereint SEEBURGER wie kein anderer Anbieter die Integration von MFT, EAI/ API, EDI, IoT, B2B und Cloud Services mit einer einzigen, zugrundeliegenden, homogenen Plattform. Als deutscher Anbieter liefert SEEBURGER eine hohe Servicequalität basierend auf der komplett eigenentwickelten Middleware. SEEBURGER versteht sich als Businessbeschleuniger für die digitale Transformation und ermöglicht seinen Kunden die Digitalisierung und Integration interner und externer Geschäftsprozesse. So lässt sich jede beliebige Anwendung, Technologie, Schnittstelle oder sonstige Komponente mit den SEEBURGER Connectors ganz einfach anbinden – ob On-Premises oder in der Cloud. Die technologische Basis bildet die SEEBURGER Business Integration Suite – eine zentrale, unternehmensweite Datendrehscheibe für sämtliche Integrationsaufgaben und für den sicheren Datentransfer. Die SEEBURGER Business Integration Suite kann als On-Premises-, Managed Service-/Cloud- oder Hybridlösung betrieben werden.


[1] In Anlehnung an: Was kann eine Middleware? (erlebe-software.de) (abgerufen am 04.10.2021).

[2] Vgl. Mit intelligenter Logistik auf die heutigen dynamischen Märkte reagieren | dreiplus (dreiplus-beratung.de) (abgerufen am 01.10.2021).

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Rolf Holicki

Ein Beitrag von:

Rolf Holicki, Director Business Unit E-Invoicing, SAP&Web Prozesse, ist verantwortlich für die SAP-/WEB-Applikationen. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrungen in den Bereichen E-Invoicing, SAP, Workflow und Geschäftsprozessautomatisierung. Rolf Holicki ist seit 2005 bei SEEBURGER.